Kritik an Politikstil

SPD-Bürgermeister: Berlin sollte sich Nürnberg als Vorbild nehmen


Aktualisiert am 15.10.2026 – 14:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Kleiner Parteitag der Bayern-SPD zu Europa

Nasser Ahmed will das Amt des Nürnberger Oberbürgermeisters für die SPD übernehmen (Archivbild). (Quelle: Daniel Löb/dpa/dpa-bilder)

Nach Bas‘ Rücktritt warnt SPD-Bürgermeister Ahmed vor einem „unmenschlichen Politikstil“. Das Bündnis von CSU und SPD in Nürnberg gilt für ihn als Gegenentwurf.

Der Rücktritt von Bärbel Bas erschüttert die Politik in der Hauptstadt. Was davon in Franken ankommt, beschreibt Nürnbergs dritter Bürgermeister Nasser Ahmed von der SPD auf Anfrage der Nürnberger Lokalredaktion von t-online.

Bärbel Bas hat ihre Ämter als Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende aufgegeben. Als Gründe nannte sie am Montag den Tod ihrer Stieftochter und öffentliche Angriffe – auch aus den Reihen des Koalitionspartners.

„Hinter jedem politischen Amt steht ein Mensch“

Dass Bas von öffentlichen Angriffen berichte, findet Ahmed erschreckend: „Wir müssen dringend wieder zu einem zivilen und respektvollen Umgang miteinander zurückfinden.“

„Ein Politikstil, der selbst vor persönlichen Schicksalsschlägen nicht Halt macht, ist unmenschlich“, sagt Ahmed. Politische Auseinandersetzungen dürften hart in der Sache sein. „Aber wir dürfen dabei nie vergessen, dass hinter jedem politischen Amt ein Mensch steht.“

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Ahmed bedauere den Rücktritt. Er danke Bas für ihren langjährigen Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Demokratie und wünsche ihr und ihrer Familie Kraft und Ruhe.

„In Nürnberg zeigen wir, dass es auch anders geht“

Für Ahmed zeigt die Große Koalition in Nürnberg, dass ein anderer politischer Umgang möglich sei. Erst im März waren Kommunalwahlen, woraufhin die Zusammenarbeit von CSU und SPD fortgesetzt wurde. Im Wahlkampf machten die Parteien ihre Unterschiede deutlich und legten eigene Angebote vor. In Stadtrat und Stadtregierung, so Ahmed, gehe es dann darum, gemeinsam Lösungen zu finden. Das hatten alle Beteiligten vorab und zu den Sondierungsgesprächen immer wieder betont.

Kompromisse bedeuteten nicht, eigene Überzeugungen aufzugeben, ergänzt Ahmed. Es gehe darum, trotz unterschiedlicher Positionen gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Die Zusammenarbeit in Nürnberg könne Berlin als Beispiel dienen. „In Nürnberg zeigen wir, dass es auch anders geht.“

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