Das steckt hinter dem „Dorfladen“ der Zukunft

Dieser Metzger findet keine Leute mehr – und setzt deshalb auf KI


23.03.2026 – 19:04 UhrLesedauer: 2 Min.

Nürnbergs erster KI-Laden: Dirk Freyberger vor seiner neuen personallosen Metzgerei-Filiale. (Quelle: Freyberger)

In Nürnberg verkauft ein Metzger sein Fleisch neuerdings per KI. Und zwar ohne eine einzige Fachkraft vor Ort. Warum das Konzept auch aus einer Not heraus entstanden ist.

In Nürnberg gibt es eine neue Metzgerei-Filiale. Hier jedoch werden die Kunden nicht von Angestellten, sondern von Künstlicher Intelligenz betreut. Der preisgekrönte Metzgermeister Freyberger steht der neuen Technologie offen gegenüber – auch, weil er es muss.

Wie Dirk Freyberger im Gespräch mit der Nürnberger Lokalredaktion von t-online erklärt, biete Künstliche Intelligenz die Lösung für ein Problem, das viele Handwerksbetriebe treffe: fehlendes Personal. Auf die Frage, wie sich die Personalsuche im Metzgerhandwerk gestalte, antwortet er: „ganz schwierig“. In seinem Betrieb arbeiten insgesamt rund 80 Menschen, erklärt er weiter. Nachwuchs aus Deutschland bekomme er nur noch „sporadisch, aber eigentlich kaum“. Deshalb setze er inzwischen auf Kräfte aus dem Ausland, unter anderem aus Südafrika und Vietnam.

Dazu komme der wirtschaftliche Druck. An einer Bedientheke lasse sich nie genau vorhersagen, wann Kundschaft kommt und wann nicht. Mal kommen mehr, mal weniger Kunden – die Mitarbeiter vorausschauend einzuplanen, sei die Kunst. Sonst wird es schnell teuer für den Betrieb. Freyberger beschreibt den Metzgerberuf als typischen Handwerksjob, der nicht mehr das Ansehen habe, das er eigentlich verdiene. Das betreffe nicht nur Metzgereien, sondern viele andere Handwerksberufe.

Auch deshalb setzt der mehrfache „Bratwurstkönig“ neben seinen beiden herkömmlichen Filialen auf eine KI-gestützte, die ohne Personal auskommt und rund um die Uhr geöffnet ist. Wer sich online registriert, wird in dem kleinen Bau auf dem Parkplatz bei Pflanzen Kölle an der Geisseestraße mit Namen begrüßt und persönlich beraten.

Der bekannte Metzger sieht auch Grenzen in der neuen Technik: KI sei weit davon entfernt, eine menschliche Beratung an der Theke zu ersetzen. Die Kommunikation gleiche aktuell einer Beratung eines „Azubis im ersten Lehrjahr“. Das heißt: DIe Qualität der Beratung sei noch verbesserungswürdig. Das System könne etwa keine Alternativen aufzeigen, wenn ein Produkt fehlt – so wie es eine Fachkraft könnte. Es könne Mengen nicht sicher einschätzen und Geschmack eigentlich nicht erklären.

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