Mehr als vier Millionen Wahlberechtigte konnten ihr Votum dafür ausschließlich per Briefwahl abgeben. Sie hatten die Unterlagen dafür fast überall automatisch per Post zugesandt bekommen. Abgestimmt wurde in den 17 Städten Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Herten, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim am Rhein, Oberhausen, Pulheim, Recklinghausen und Wuppertal.
Zur Beteiligung der Bürger sagte Ministerpräsident Wüst: „Das ist eine herausragende Zahl. Damit bricht diese Abstimmung gleich mehrere Rekorde: Es ist die größte direktdemokratische Beteiligung in der olympischen Geschichte und es ist zugleich die größte Bürgerbefragung in der Geschichte unseres Landes Nordrhein-Westfalen.“
Das NRW-Konzept setzt auf vorhandene Sportstätten und will Neubauten vermeiden. Wüst warb immer wieder für die „spektakulärsten, kompaktesten und nachhaltigsten Spiele“. Er versprach einen Zuschauerrekord mit 14 Millionen Tickets und großen Kulissen, etwa beim Schwimmen auf Schalke oder Fußball in Dortmund.
Die Zustimmung zur Bewerbung ist noch keine Entscheidung für die Sommerspiele in NRW. Parallel bewerben sich auch München, Hamburg und Berlin für eine Ausrichtung. Münchens Projekt hatte schon im Herbst des Vorjahres eine unerwartet deutliche Zweidrittelmehrheit (66,4 Prozent) bei einem Bürgerentscheid erzielt und die Konkurrenz unter Druck gesetzt. „Die sind auch gut. Es ist auch gut, dass wir vier starke Bewerbungen in Deutschland haben“, sagte NRW-Ministerpräsident Wüst dem WDR.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bewertet alle Kandidaten mithilfe einer Matrix, in die auch die Ergebnisse der Bürgerentscheide einfließen, und entscheidet am 26. September über den deutschen Bewerber. Bis Anfang Juni können alle Bewerberstädte ihre Konzepte noch nachbessern.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird wohl frühestens 2027 eine Entscheidung über den Austragungsort für die Sommerspiele 2036 treffen. Als Interessenten gelten Katar, Indien und Südafrika. Derzeit prüft eine IOC-Arbeitsgruppe eine erneute Reform des Vergabeverfahrens. Olympia 2028 findet in Los Angeles statt, 2032 ist Brisbane Gastgeber.
