Trauer um Harald V.
Norwegens König ist tot – das passiert jetzt
Aktualisiert am 28.08.2026 – 09:07 UhrLesedauer: 5 Min.

Norwegens Königsfamilie trauert um König Harald V. Sein Tod bringt zugleich strikt geplante Abläufe in Gang.
Seine Regentschaft dauerte mehr als 35 Jahre: Am 17. Januar 1991 war der damalige Kronprinz Harald nach dem Tod seines Vaters Olav V. automatisch dessen Nachfolger geworden. Nun ist König Harald V. gestorben, und sein Sohn Haakon tritt in seine Fußstapfen. Es ist ein Abschied und zugleich ein Neubeginn mit zeremoniell und verfassungsrechtlich klar geregeltem Protokoll.
„Operation London Bridge“ lautete der Codename für die Pläne, die das Vorgehen nach dem Tod von Großbritanniens Königin Elizabeth II. regelten. Im norwegischen Königshaus ist kein vergleichbarer Begriff für den Ablaufplan bekannt. Laut der norwegischen Zeitung „Adressa“ muss diesem zufolge zuerst das Königshaus nach dem medizinisch festgestellten Tod eines Königs informiert werden. Der neue König wiederum ist dann verpflichtet, die norwegische Regierung in Kenntnis zu setzen und eine außerordentliche Sitzung des Staatsrats einzuberufen.

Anschließend wird die offizielle Todesmeldung verkündet. Am Freitagmorgen teilte das norwegische Königshaus auf seiner offiziellen Webseite mit: „König Harald verstarb am Freitag, dem 28. August, um 06:35 Uhr friedlich im Rikshospitalet.“ Die offizielle Todesmeldung setzt die staatlichen Trauerzeremonien in Gang. Die norwegischen Flaggen werden an offiziellen Gebäuden auf halbmast gehängt. Es werden militärische Ehren stattfinden, und es wird öffentlich getrauert.
Die Planung der Beerdigung
Zudem wird nun die Beisetzung organisiert, die ein nationales Ereignis sein wird. Als letzte Ruhestätte für das Königspaar ist das königliche Mausoleum auf der Festung Akershus in Oslo vorgesehen, etwa 25 Kilometer von Schloss Skaugum entfernt. Die Trauerfeier dürfte wie bei König Olav V. im Osloer Dom mit einem anschließenden Trauerzug zur Schlosskapelle der Festung Akershus geplant sein.
Wann genau die Beerdigung stattfinden wird, ist noch unklar und wird voraussichtlich in Kürze über die offizielle Webseite des norwegischen Königshauses bekannt gegeben. Der konkrete Zeitplan soll nun nach Haralds Tod festgelegt werden.
Doch nicht nur Haralds Hinterbliebene regeln seine Beerdigung, auch er selbst hat vor seinem Tod bereits bei der Planung mitgewirkt. Wie die schwedische Zeitung „Svensk Damtidning“ unter Berufung auf den Staatshaushalt berichtete, standen Harald und seiner Frau Sonja für ihre Sarkophage 20 Millionen norwegische Kronen zur Verfügung, finanziert aus norwegischen Steuergeldern. Das entspricht etwa 1,8 Millionen Euro.
2024 hatte Harald selbst laut der Deutschen Presse-Agentur beim traditionellen Storting-Dinner zu Ehren des Parlaments darüber gescherzt: „Ich danke den Behörden für ihre Rücksichtnahme im Jenseits. […] Ich hoffe, es wird gut gepolstert sein, damit unser Aufenthalt angenehm ist. Schließlich werden wir dort eine Weile bleiben.“ Harald V. soll seinen Sarg selbst designt haben.