Jüngstes Beispiel hierfür ist der KI-Vorfall im „heute journal“ Mitte Februar. In einem Beitrag über Einsätze der US-Migrationsbehörde ICE wurden KI-generierte Bilder verwendet, ohne dass dies gekennzeichnet war. Zusätzlich nutzte die Redaktion veraltetes, aus einem gänzlich anderen Kontext stammendes Archivmaterial zur Bebilderung seiner ICE-Geschichte. Das ZDF korrigierte den Beitrag später und entschuldigte sich. Die zuständige New-York-Korrespondentin wurde abberufen; ob auch Mitarbeiter der Mainzer Senderzentrale ihren Posten räumen müssen, wird noch geprüft.

Kommunikationsexperte Uwe Hasebrink, früher Direktor des Leibniz-Instituts für Medienforschung, sieht den Sender in einer „besonderen Verantwortung gegenüber den Beitragszahlenden.“ Der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe seit seiner Gründung schon ähnliche Krisen überwunden. Es werde jetzt darauf ankommen, welche Konsequenzen das ZDF aus dem Vorfall ziehe, um ähnliche Fehler künftig zu vermeiden, sagt Hasebrink t-online.

Der Sender sei „der Gesellschaft mit all ihrer Dynamik und all ihren Widersprüchen verpflichtet“. Das erfordere ein stetes Ringen um Vertrauen und Reformen, um den sich verändernden Bedürfnissen der Gesellschaft gerecht zu werden. Gerade deshalb stünden Personalentscheidungen wie die Wahl des Intendanten unter besonderer Beobachtung. Die Gremien müssten glaubhaft machen, dass sie eine Führung wählen, die den Auftrag des Senders gegenüber der Gesellschaft möglichst gut erfüllt, so Hasebrink.

Ist Himmler dafür der richtige Mann?

Lange hielt er sich in der größten Krise der jüngeren Sendergeschichte auffällig zurück. Dann sagte er: „Wir dürfen nur Bilder verwenden, deren Herkunft wir zweifelsfrei benennen können. Und wenn wir es nicht genau wissen, müssen wir das sagen, dann müssen wir das kennzeichnen oder am allerbesten: bleiben lassen.“

Zwei Tage vor der ZDF-Intendantenwahl gab er zudem der „Süddeutschen Zeitung“ ein Interview: In einer idealen Welt gäbe es keine Fehler, so Himmler dort. „Aber unsere Welt ist real. Wir machen Fehler und ziehen daraus Lehren.“ Dann holte der Senderchef zum Gegenangriff aus und meinte, das Problem sei ein anderes: „Jeder Fehler wird ausgeschlachtet, um ein angebliches Systemversagen zu behaupten.“ Es werde versucht, das ZDF „zu diskreditieren“, und dagegen müsse man sich verteidigen, so Himmler.

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