Dort ging es unter anderem um eine Debatte aus einer vorherigen Sendung, bei der Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zu Gast war. Er hatte dabei über ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige gesprochen und sogenannte alternative Medien wie „Nius“ scharf kritisiert. Als ihn Lanz fragte, ob er Regulierung, Zensur und Verbot bestimmter Medien befürworte, bejahte Günther das. Unter anderem „Nius“ warf ihm daraufhin vor, die Pressefreiheit beschneiden zu wollen. Günther wies das deutlich zurück.
Storch warf Günther in der Sendung Mitte Januar vor, er wolle Medien wie „Nius“ verbieten. Lanz fragte, ob sie das bei dem Portal gesehen habe „oder den echten Ausschnitt“. Storch hatte nur einen von „Nius“ verbreiteten Schnipsel gesehen – und Lanz demonstrierte, dass darin ein Satz herausgeschnitten worden war, um gezielt diesen Eindruck zu erwecken. Lanz wurde danach vorgeworfen, selbst einen anderen Teil davon weggelassen zu haben.
Bei „Nius“ gab es seither eine Fülle von Beiträgen zum Thema Regulierung. Besonders häufig kurz vor dem Landesparteitag der CDU an diesem Wochenende, bei dem Günthers Landesverband einen Antrag für ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingebracht hat.
In der Diskussion darüber betonen Experten die Gefahren, die von der Funktionsweise ausgehen: Algorithmen mancher Netzwerke sind von Psychologenteams darauf getrimmt, dass Jugendliche ihr Gerät möglichst gar nicht mehr aus der Hand legen wollen – es drohen Suchtgefahr und mögliche Folgen für das Gehirn. Bei „Nius“ dagegen ist die Perspektive eine andere: Dort steht die Gefahr eines solchen Verbots für die Meinungsfreiheit im Mittelpunkt. Altersbeschränkungen lassen sich ohne eine Identifikation kaum umsetzen, es könnte ein Schritt zu einer Klarnamenpflicht sein, für die sich zuletzt auch Kanzler Merz ausgesprochen hat. Bei „Nius“ ist auch die Rede von Zensur. Und in der Straßenumfrage sagt Storchs Mitarbeiter passend: „Merz will keine mündigen Bürger.“
Wie „Nius“ vor dem CDU-Parteitag einen Kampf gegen ein Social-Media-Verbot führt, zeigt beispielhaft eine kleine Auswahl von „Nius“-Videos der vergangenen Tage: „Social-Media-Verbot für Teenager ist Irrsinn“, „Social-Media-Verbot ist wie Supermarkt-Verbot“, „Es ist ein klassisch sozialistisches Vorgehen“, „Grundrechte bei der Union in keinen guten Händen“ oder „Friedrich Merz versteht Social Media nicht“.
Gut dazu passte auch die Überschrift des Beitrags, in dem es um „die Meinung der jungen Leute“ bei der Straßenumfrage ging: Es war ein Zitat des Nachwuchs-AfD-Manns: „In dieser ganzen CDU herrscht wenig Verständnis für freie Medien.“ Ein Screenshot davon findet sich in einem Social-Media-Profil des Mannes.









