Hausmittel zur Behandlung
Nierensteine selbst entfernen – geht das?
Aktualisiert am 04.09.2026 – 09:20 UhrLesedauer: 3 Min.
Kleine Steine, die in den Harnleiter gelangt sind, gehen häufig von selbst ab – auch ohne ärztliches Zutun. Wann das möglich ist und ob Hausmittel dabei helfen können, erfahren Sie hier.
Der Urin setzt sich aus verschiedenen Stoffen zusammen. Einige davon können fest werden und sich zu sogenannten Harnsteinen zusammenlagern, die die Harnwege blockieren können. Befinden sich diese Steine in einer Niere oder beiden Nieren, werden sie Nierensteine genannt. Nierensteine bereiten meist erst dann Beschwerden, wenn sie in den Harnleiter rutschen und den Harnfluss blockieren. Dann ist auch von Harnleitersteinen die Rede.
Die Schmerzen, die Harnsteine verursachen können, sind typischerweise stark und krampfartig. Daher ist mitunter von Nierenkoliken die Rede. Damit sie nachlassen und der Harn wieder ungehindert abfließen kann, müssen die Steine entfernt werden.
Allerdings ist hierzu nicht zwangsläufig ein medizinischer Eingriff notwendig. Vor allem kleinere Harnleitersteine können von selbst mit dem Urin abgehen. Die Wahrscheinlichkeit hängt von ihrer Größe und ihrer Lage im Harnleiter ab: Von Steinen unter fünf Millimetern gehen insgesamt etwa 75 Prozent von selbst ab. Liegt ein solcher kleiner Stein bereits im unteren Abschnitt des Harnleiters, beträgt die Wahrscheinlichkeit etwa 89 Prozent. Mit zunehmender Größe sinkt die Chance, dass der Stein von selbst abgeht.
Eine feste Steingröße, ab der ein medizinischer Eingriff notwendig ist, gibt es nicht. Entscheidend sind neben Größe und Lage des Steins etwa die Beschwerden, die er verursacht, sowie mögliche Folgen für die Harnwege und die Nieren. Für einen Eingriff können anhaltende Schmerzen, ein dauerhaft blockierter Harnabfluss, eine Infektion und eine beeinträchtigte Nierenfunktion sprechen.
Wichtig
Bei Fieber oder Schüttelfrost, starken Schmerzen trotz Schmerzmitteln, ausbleibender Urinausscheidung oder einer Verschlechterung der Nierenfunktion ist rasch ärztliche Hilfe erforderlich. Ein blockierter Harnabfluss zusammen mit einer Infektion kann ein medizinischer Notfall sein.
- Beschwerden lindern: Diese Mittel helfen, wenn Nierensteine schmerzen
Die Tage oder Wochen bis zum Steinabgang sind in vielen Fällen strapaziös. Daher kommt bei Erkrankten oftmals der Wunsch auf, selbst etwas zu tun, um die Nierensteine (beziehungsweise Harnleitersteine) schneller loszuwerden und das Warten zu verkürzen.
Was können Betroffene selbst tun?
Ärztinnen und Ärzte geben meist nur einen Rat: viel trinken. Als optimal gilt eine Trinkmenge von mindestens zweieinhalb Litern, sofern keine andere Erkrankung dagegenspricht.
Diese Empfehlung dient jedoch in erster Linie der Vorbeugung neuer Nierensteine. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr verdünnt den Urin. Dadurch sinkt die Konzentration von Stoffen, aus denen Steine entstehen können. Ob bestehende Nierensteine schneller abgehen, wenn Betroffene mehr trinken, ist noch nicht geklärt.
Nierensteine selbst entfernen mit Hausmitteln – geht das wirklich?
Ratgeberseiten im Internet bieten zahlreiche Tipps, die angeblich dabei helfen, Nierensteine loszuwerden. Empfohlen werden unter anderem Apfelessig, Säfte aus Zitrusfrüchten wie Orangen und Zitronen, Olivenöl, Ingwer und Knoblauch.
