Sommer an der Nordsee
Urlaub planen ohne Reiseführer? So kann das klappen
Aktualisiert am 22.02.2026 – 01:15 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Planungen laufen, das Angebot ist riesig: Wer Urlaub an der Küste machen möchte, kann schnell überfordert sein. Doch neue Technik kann helfen. Was sie bereits leistet – und was nicht.
Wer noch unschlüssig bei der Planung des nächsten Nordsee-Urlaubs ist, kann sich inzwischen auch von Künstlicher Intelligenz (KI) helfen lassen. „KI kann Urlauberinnen und Urlauber an vielen Stellen unterstützen“, sagt Ann Kathrin Kleist vom Digitalzentrum Tourismus. Etwa bei der Inspiration für Reiseziele, bei der Suche nach Unterkünften, beim Buchen von Freizeitangeboten – oder sogar direkt vor Ort im Urlaub.
Welche Rolle Künstliche Intelligenz im Tourismus künftig spielen kann, ist auch Thema der Norddeutschen Tourismuskonferenz in Bremerhaven. Dort beraten Fachleute, wie die Küstenregion von der Technik profitieren kann. Wie Urlauber KI schon jetzt nutzen können.
Bereits bei der Suche nach passenden Reisezielen liefert Künstliche Intelligenz Vorschläge. „KI kann gute Reiseziele empfehlen“, sagt Enno Schmoll, der an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven zur Tourismusentwicklung forscht. Dafür wertet die Technik unter anderem Internetseiten von Urlaubsorten aus und greift auf Wetterdaten zurück.
Je genauer Urlauber ihre Wünsche formulieren, desto passender seien die Ergebnisse. So könne KI innerhalb weniger Sekunden Ziele für Reisen mit Kindern oder barrierefreie Orte an der Nordseeküste vorschlagen. Besonders hilfreich sei das für Gäste, die noch nie an der Nordsee waren oder die Sprache nicht sprechen.
Steht das Reiseziel fest, kann KI bei der Suche nach Unterkünften helfen. Einige Anbieter testen bereits Chatbots auf ihren Internetseiten. Beim Ferienanbieter Upstalsboom begrüßen etwa Chatbot „Fiete“ im Hotel auf Föhr oder „Tom“ auf Langeoog interessierte Gäste – sie beantworten Fragen zur Zimmerbuchung, zur Fähranreise oder zu Übernachtungen mit Hund.
Auch Campingurlauber profitieren: Im Nordseeheilbad Carolinensiel-Harlesiel gibt Künstliche Intelligenz Auskunft zu Stellplatzpreisen oder zum Zugang ins Freibad.
Der entscheidende Schritt fehlt jedoch noch. Wer tatsächlich buchen möchte, muss das bislang selbst erledigen. „Dass KI eigenständig Unterkünfte kontaktiert, Preise verhandelt und Buchungen abschließt, davon sind wir noch weit entfernt“, sagt Schmoll.
Hinzu kommt: Nicht alle Angebote sind digital erfasst. Nach Angaben der Tourismus-Agentur Nordsee (Tano) ist aktuell nur etwas mehr als die Hälfte der Betriebe in der Region online buchbar. Tourismusforscher Schmoll empfiehlt, sich vor der Abreise von KI eine Packliste erstellen zu lassen. Dabei könnten auch regionale Besonderheiten wie kühler Küstenwind berücksichtigt werden.










