CDU-Mann macht Eingeständnis
Lanz muss Schulze auf die Sprünge helfen
02.10.2026 – 03:48 UhrLesedauer: 3 Min.
Wie krachend die Niederlage in Sachsen-Anhalt für die CDU ausfiel, kam für Schulze überraschend. Lanz nimmt ihn in die Mangel.
Einen knappen Monat nach der krachenden CDU-Niederlage bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat Markus Lanz sich den noch amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze vorgenommen. Der Moderator schlüpfte kurz in die Rolle eines Quizmasters: Was hätten die Wähler ihm als Spitzenkandidaten sagen wollen, fragte er den Politiker und gab gleich Antworten vor; „A: Super, mach weiter, wir wollen mehr von dir“, „B: Vielleicht solltest du zurücktreten“ oder „C: Werde Fraktionschef und wähl‘ dich selbst, sonst reicht es nicht zur Mehrheit“, so die Optionen.
Hintergrund: Zwei Tage nach der Wahlniederlage hatte sich Schulze in einer Kampfabstimmung gegen Amtsinhaber Guido Heuer mit acht zu sieben Stimmen zum Vorsitzenden der Landtagsfraktion wählen lassen. Es sei ihm bewusst, dass die Fraktionsspitzenwahl zum schlechtesten Zeitpunkt gekommen sei, erklärte Schulze bei Lanz. Angetreten sei er, weil ihn „viele“ darum gebeten hätten, nicht mit der Politik aufzuhören. Kurz nach der Wahl hatte Schulze erklärt, sich als Parteichef zurückzuziehen und eine Neuwahl des CDU-Landesvorstandes für Ende November oder Anfang Dezember angekündigt.
Die Gäste
- Sven Schulze (CDU), Politiker Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt
- Annett Meiritz, „Handelsblatt“-Redakteurin
- Francis Fukuyama, Politologe
„Glauben Sie mir, das hat mich schon sehr getroffen, diese Wahlniederlage“, sagte Schulze bei Lanz. Ob es das Übernehmen von Verantwortung sei, wenn man sich direkt danach zum Fraktionsvorsitzenden wählen lässt, bohrte Lanz weiter. Er verstehe die Kritik, antwortete Schulze. Es sei anfangs gar nicht sein Ziel gewesen, Fraktionschef zu werden. Viele Menschen – auch außerhalb der Fraktion – hätten ihn aber aufgefordert weiterzumachen, wiederholte er. Ob die Bitten aus Berlin kamen, wollte der Moderator wissen. „Nein, das kam aus Sachsen-Anhalt, aus Berlin kam da gar nichts“, stellte Schulze klar.
Schulze von schlechtem Wert überrascht
Seine Arbeit sei in den eigenen Reihen als „vernünftig“ bewertet worden, erklärte der Noch-Ministerpräsident bei „Markus Lanz“. Er habe als Person im Wahlkampf schließlich „nicht total daneben“ gelegen. Letzten Endes habe es die Partei gemeinsam nicht geschafft und „natürlich“ auch er als Spitzenkandidat nicht. „Ihre Werte in der Partei waren katastrophal“, erinnerte Lanz. Dafür trage er als Spitzenkandidat die Verantwortung.
Bei Lanz ging es am Donnerstag auch um konkrete Werte: Mit 17,2 Prozent der Stimmen hatte die CDU das schlechteste Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt seit der Wiedervereinigung eingefahren. Schulzes Partei verlor in der Folge 25 Mandate und ist im neuen Landtag nur noch mit 15 Abgeordneten vertreten. Die AfD ging mit 43,8 Prozent der Stimmen als Sieger aus der Wahl. „Wir haben es ehrlich gesagt nicht erwartet, dass es so schlimm kommt“, gab Ministerpräsident Schulze bei Lanz zu.
Journalistin Annett Meiritz ließ das so nicht stehen: Seit Mai habe sich abgezeichnet, was in Sachsen-Anhalt ungefähr passieren könne, kommentierte die „Handelsblatt“-Redakteurin. Dass es so „krass“ komme, sei in den Umfragen nicht absehbar gewesen, beharrte Schulze.
