Wird diesmal alles besser?
Schlechtestes Auto der Welt kehrt zurück
26.05.2026 – 11:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Klein, kantig, billig – und in Osteuropa einst allgegenwärtig: Der Yugo kehrt zurück. Ein serbischer Unternehmer will die Marke wiederbeleben. Das Ziel ist ein günstiges Auto für den Alltag, das ohne Steckdose auskommt.
Der Yugo war ein Exportschlager aus dem Osten – und eine Zielscheibe für Spott im Westen. Technisch basierte er auf dem Fiat 127, war jedoch kantiger, schlechter verarbeitet und weniger zuverlässig. Mitte der 1980er-Jahre schaffte es der jugoslawische Kleinwagen für unter 4.000 Dollar sogar in die USA. Kritiker nannten ihn bald den „schlechtesten Neuwagen der Welt“. Nach über 700.000 gebauten Exemplaren endete die Produktion im Jahr 2008.
Nun startet er wieder durch. Mit niedrigem Preis und großem Ziel: Der neue Yugo soll nicht polarisieren, sondern mobilisieren.

Gegenbewegung zum Elektro-Trend
Jetzt folgt die Neuauflage. Hinter dem Projekt steht der Unternehmer und Universitätsprofessor Aleksandar Bjelić aus Belgrad. Dort präsentierte er kürzlich neue Konzeptstufen des Fahrzeugs. Bereits 2025 hatte er in München ein erstes Designmodell gezeigt. Bjelić betont, dass es ihm nicht um Nostalgie geht. Er will ein bezahlbares Auto für jedermann bauen.
Um den Ruf der Unzuverlässigkeit abzustreifen, plant der Unternehmer eine Fernfahrt: Fünf klassische Yugo-Modelle sollen die Strecke vom serbischen Kragujevac bis zum Kilimandscharo in Tansania zurücklegen. Die Fahrt lehnt sich an eine Expedition aus dem Jahr 1975 an. Sie soll beweisen, dass die Marke extremen Belastungen standhält, während die Techniker der neuen Generation den letzten Schliff geben.

Yugo – mehr Spott als Sport
Der Yugo kam 1980 aus Jugoslawien, basierte auf dem Fiat 127 und wurde von Zastava gebaut. Er galt als billig im Preis und in der Qualität. Dennoch wurde er sogar in den USA ein Achtungserfolg. Über 700.000 Exemplare wurden gebaut, etwa 150.000 gingen in den Export. Seit 2008 ist Schluss. Vorerst.
Stromerzeugung an Bord
Beim Antrieb geht Bjelić eigene Wege. Während die etablierte Konkurrenz fast ausschließlich teure Elektroautos entwickelt, setzt Yugo auf einen Hybridantrieb mit Range-Extender-Technik. Dabei dient ein Verbrennungsmotor als Generator, der den Strom für den Elektroantrieb direkt an Bord erzeugt.
Das System kommt ohne externe Ladefunktion aus. Laut Bjelić ist die Ladeinfrastruktur auf dem Balkan und in weiten Teilen Osteuropas noch nicht ausreichend für reine E-Autos ausgebaut. Der Motor soll verschiedene Kraftstoffe unterstützen und im Idealfall nur 2,2 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer verbrauchen.

Ganze Modellfamilie geplant
Die Eckdaten für das Serienmodell:
- Antrieb: Vorgesehen ist ein effizienter Range-Extender-Hybrid.
- Preis: Der Einstiegspreis soll bei rund 12.000 Euro liegen.
- Karosserie: Das Serienmodell bleibt der Designstudie treu. Geplant ist ein kompakter Dreitürer mit sportlicher Ausrichtung. Die Plattform soll später eine ganze Modellfamilie tragen, darunter Fünftürer, Lieferwagen und ein Cabriolet.










