Neues Militärfahrzeug soll Standort retten
Spektakulärer Plan für VW-Werk Osnabrück
Aktualisiert am 05.03.2026 – 18:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Werk Osnabrück gilt als Streichkandidat von VW. Nun gibt es Pläne für den dortigen Bau von Militärfahrzeugen. Volkswagen knüpft damit an eine lange Tradition an.
Der kriselnde Autobauer Volkswagen lotet den Bau von Militärfahrzeugen in seinem Werk in Osnabrück aus. Eine Unternehmenssprecherin erklärte am Donnerstag, der Autobauer prüfe weiterhin verschiedene Zukunftsoptionen für den Standort. In den vergangenen Monaten habe das Volkswagen-Werk Osnabrück verschiedene Fahrzeugkonzepte entwickelt und auf der Rüstungsmesse Enforce präsentiert, um mögliche Marktchancen und Perspektiven auszuloten. „Ob und in welchem Umfang sich daraus konkrete Projekte ergeben, ist derzeit offen“, hieß es.
NDR und „Neue Osnabrücker Zeitung“ hatten zuvor berichtet, dass Volkswagen zwei Fahrzeuge auf Basis der Modelle Crafter und Amarok entwickelt habe. Dabei habe es sich um Versuchsobjekte gehandelt, die am Standort in Eigenregie entstanden seien. Zuvor hatte schon der kriselnde Autozulieferer Schaeffler angekündigt, auch Rüstungsgeschäfte abwickeln zu wollen. Volkswagen produziert in dem Werk noch bis Mitte 2027 den VW T-Roc Cabrio. Danach ist die Zukunft des Werks mit rund 2.300 Beschäftigten offen.
VW hatte bereits im Dritten Reich den Kübelwagen für die Wehrmacht hergestellt. Er war wegen seiner Luftkühlung auch beim Afrikakorps beliebt und wurde später von der Bundeswehr unter der Typenbezeichnung VW 181 Kurierwagen übernommen. Die Produktion des Fahrzeugs wurde 1980 beendet. Hergestellt wurde das Auto nach 1945 zunächst im Stammwerk Wolfsburg, später in Hannover und Emden.
Das VW-Werk in Osnabrück gilt seit Langem als Streichkandidat im Konzern. An dem Standort in Niedersachsen werden traditionell Sonderanfertigungen in kleiner Stückzahl gefertigt. Zugleich ist Wolfsburg die Heimat einflussreicher Politiker wie des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff, des CDU-Bundestagsabgeordneten und Haushaltspolitikers Mathias Middelberg sowie des Verteidigungsministers Boris Pistorius (SPD).
