Erster Nachweis in Braunschweig

„Heimlicher Eroberungszug“: Neuer Raubfisch breitet sich aus


Aktualisiert am 03.03.2026 – 20:49 UhrLesedauer: 2 Min.

„Sander volgensis“: Er wurde einst auch in Braunschweig nachgewiesen. (Quelle: Copyright: xpgaborphotosx via im/imago)

Er ist kein heimischer Fisch: Dennoch breitet er sich immer mehr im Norden aus. Das erste Mal deutschlandweit nachgewiesen wurde er in Braunschweig.

Er unterscheidet sich vom heimischen Zander: Der „Sander volgensis“, oder auch Wolgazander genannt, ist im Vergleich in jedem Fall kleiner. Seine Streifen sind nach Aussagen von Experten zudem deutlicher zu erkennen. Zudem fehlen ihm die Hundszähne. Angler dürften den Fisch in den vergangenen Jahren häufiger entdeckt haben: Denn laut einem Artikel der „Zeitschrift für Fischerei“ breitet sich der Wolgazander vorwiegend in Norddeutschland aus – und das seit 2010, als der Fisch in Braunschweig erstmals nachgewiesen wurde, heißt es in dem Bericht. Es war der erste Nachweis außerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebietes von Donau, Wolga und Ural.

Wolgazander bevorzugen ruhige Gewässer und sind häufig in großen Flüssen sowie deren Altwasserbereichen, Seen und Talsperren anzutreffen, berichtet die Fachzeitschrift. In Braunschweig wurde der Wolgazander erstmals im Mittellandkanal nachgewiesen. Damals berichteten Angler von ungewöhnlich aussehenden Zandern, die sie so beschrieben: sehr dunkle, kräftige Streifen bis zum Bauch, eine hohe erste Rückenflosse und keine sichtbaren spitzen Fangzähne. Diese Anglerfänge gelten als die ersten Nachweise eines Wolgazanders in Deutschland, teilt der Anglerverband Niedersachsen (AVN) mit.

Für eine Studie wurden mehr als 1.100 Fänge von Wolgazandern ausgewertet. Wie die „Zeitschrift für Fischerei“ berichtet, stammten mehr als 98 Prozent der Fänge von Anglern. Demnach wurde der Fisch bislang – mit Stand Dezember 2024 – in elf ausschließlich schiffbaren Gewässern in sechs Bundesländern nachgewiesen. Experten gehen von einer weiteren Ausbreitung aus.

Um die Ausbreitung des Wolgazanders besser nachvollziehen zu können, soll die Anglerschaft bundesweit über diese Fischart und ihre Erkennungsmerkmale informiert werden. Der Wolgazander hat sich seit seinem Erstnachweis 2010 in den norddeutschen Bundeswasserstraßen angesiedelt und bildet mittlerweile reproduktive Bestände.

Dr. Matthias Emmrich, Fischereibiologe und Raubfisch-Experte beim AVN, wird mit diesen Worten zitiert: „Ohne die Fänge der Angler wäre uns dieser heimliche Eroberungszug komplett verborgen geblieben, denn im Rahmen wissenschaftlicher Fischbestandsuntersuchungen gelingen Nachweise des Wolgazanders bisher nur äußerst selten.“

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