VLE statt V-Klasse

Mercedes zeigt neuen Bulli-Gegner


11.03.2026 – 13:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Neues Gesicht: Der Mercedes VLE soll optisch und technisch näher an den Pkw-Modellen sein als bisher. (Quelle: Mercedes-Benz AG)

Mercedes startet eine neue Generation großer Vans. Der VLE soll sich deutlich stärker vom Nutzfahrzeug unterscheiden – und näher an die Pkw-Modelle der Marke rücken.

Seit fast 30 Jahren gehört die V-Klasse zum Programm von Mercedes. Doch trotz mehrerer Modellgenerationen blieb der große Van immer auch ein naher Verwandter der Transporter der Marke. Mit dem neuen VLE will Mercedes diese Nähe nun auflösen: Der Nachfolger basiert auf einer neuen Plattform und soll sich deutlich stärker an den Pkw der Marke orientieren.

Der VLE entsteht erstmals als eigenständig entwickeltes Pkw-Modell und nicht mehr als Ableger eines Nutzfahrzeugs. Mercedes stattet den Van unter anderem mit Luftfederung, Hinterachslenkung und den aktuellen Assistenzsystemen der Marke aus.

Im Innenraum will Mercedes vor allem bei Variabilität und Komfort zulegen. Die Sitze sind leichter geworden und lassen sich auf integrierten Rollen einfacher verschieben oder ausbauen. Je nach Ausstattung stehen unterschiedliche Einzelsitze und Sitzbänke zur Wahl, darunter auch Varianten mit Liegefunktion für den Fond.

Neu sind außerdem die Schiebetüren mit vollständig versenkbaren Fenstern. Damit reagiert Mercedes auf einen Kritikpunkt der bisherigen V-Klasse, bei der sich die Scheiben hinten nicht öffnen ließen. Serienmäßig hat der VLE zwei elektrische Schiebetüren, die Heckscheibe lässt sich weiterhin separat öffnen.

Auch digital rückt der Van näher an die Pkw der Marke. Im Cockpit kann sich optional der sogenannte MBUX Superscreen mit drei Displays über die gesamte Breite des Armaturenbretts erstrecken. Für die Passagiere im Fond lässt sich zusätzlich ein großer Bildschirm aus dem Dachhimmel ausklappen, der etwa für Filme, Videokonferenzen oder Spiele genutzt werden kann. Damit wollen die Schwaben auch bei der chinesischen Kundschaft punkten, die sich meist im Fond sitzend durch die Staus der Metropolen chauffieren lässt.

Der VLE misst 5,31 Meter in der Länge (Vorgänger: 4,90 bis 5,37 Meter) und bietet bei einem Radstand von 3,34 Metern Platz für bis zu acht Personen. Je nach Sitzkonfiguration fasst der Kofferraum zwischen 795 und über 4.000 Liter Gepäck. Auch eine längere Variante ist geplant.

Zunächst kommen die elektrischen Versionen auf den Markt. Den Einstieg bildet der VLE 300 mit 200 kW Leistung und Hinterradantrieb. Seine Batterie hat eine Kapazität von 115 Kilowattstunden und soll eine Reichweite von mehr als 700 Kilometern ermöglichen. Geladen wird mit bis zu 300 Kilowatt – unter optimalen Bedingungen soll Strom für rund 300 Kilometer in etwa 15 Minuten nachgeladen sein.

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