Griechische Urlaubsinsel
Nach Erdbebenserie: Neue Regeln für Santorini
Aktualisiert am 06.05.2026 – 07:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Über 21.000 Erdstöße erschütterten Santorini im Jahr 2025. Die griechischen Behörden reagieren jetzt mit neuen Vorschriften für die beliebte Urlaubsinsel.
Santorini ist so etwas wie die griechische Vorzeigeinsel. Ihre weißen Häuser mit blauen Kuppeln, die als Kulisse für spektakuläre Sonnenuntergänge dienen, sind ein Postkartenmotiv und Symbol für das, was Urlauber sich unter Griechenland vorstellen. Deswegen ist die Kykladeninsel auch ein beliebtes Reiseziel.
Doch Santorini liegt in einer seismisch aktiven Zone und ist vulkanischen Ursprungs. Das erhöht die Gefahr von Erdbeben massiv. Im vergangenen Jahr etwa gab es zahlreiche größere und etliche Mikrobeben auf der Insel. Die griechischen Behörden haben deshalb neue Sicherheitsmaßnahmen beschlossen, die Einheimische und Touristen gleichermaßen betreffen.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Hafen Athinios, dem wichtigsten Anlaufpunkt für Fähren. Dort gelten neue Verkehrsregeln, um Staus zu vermeiden und die Aufenthaltsdauer zu verkürzen. Hintergrund ist die Lage unterhalb steiler Felswände – bei Erdbeben drohen hier Steinschläge. Parken in ausgewiesenen Notfallzonen ist strikt verboten.
Auch an anderen Orten gibt es Änderungen:
Parallel investiert die Regierung rund 15 Millionen Euro in den Ausbau und die Sicherung von Straßen und Hängen, um Erdrutsche zu verhindern. Die Vorschriften sollen zunächst bis März 2027 gelten – können aber jederzeit angepasst werden, etwa bei neuen Naturereignissen. Offizielle Stellen stufen die Insel aktuell aber als sicher ein.
Bei der Erdbebenserie von 2025 wurden über 21.000 Erdstöße registriert, das stärkste Beben erreichte eine Stärke von 5,3. Zeitweise kam es zu mehreren Erschütterungen pro Minute. Eine Katastrophe blieb glücklicherweise aus: Es gab keine Todesopfer und nur geringe Schäden. Tausende Menschen hatten die Insel dennoch zeitweise verlassen, Schulen wurden geschlossen, der Notstand ausgerufen.
Forschende gehen inzwischen davon aus, dass eine Kombination aus tektonischen und vulkanischen Prozessen die Beben ausgelöst hat. Da Santorini in einer seismisch aktiven Zone liegt, bleibt ein Restrisiko, auch wenn es derzeit keine Warnungen gibt. Urlauber sollten sich daher bewusst sein, dass es zu Einschränkungen kommen kann. Wer sich an die geltenden Regeln hält und gesperrte Bereiche meidet, kann die Insel auch künftig sicher erleben.
