Krankenstand sinkt
BKK überrascht mit neuen Zahlen
19.02.2026 – 17:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Der BKK Dachverband legt Zahlen zur Krankmeldung vor. Besonders einen Trend halten die Betriebskrankenkassen dabei für besorgniserregend.
Die Beschäftigten in Deutschland haben sich im vergangenen Jahr nach ersten Analysen der Betriebskrankenkassen (BKK) etwas seltener krankgemeldet. In den Betrieben seien über das Jahr hinweg 5,83 Prozent der Beschäftigten krankgeschrieben gewesen, teilte der BKK Dachverband am Donnerstag in Berlin mit.
Im Jahr 2024 habe der Krankenstand noch 5,9 Prozent betragen. Von einer Trendwende könne angesichts des geringen Rückgangs aber nicht gesprochen werden. Das Niveau liege weiterhin deutlich über dem vor der Corona-Pandemie.
Als wesentlichen Grund für das hohe Niveau nannte der Verband die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Jahr 2022. Seitdem
würden Krankmeldungen vollständig erfasst. „Der ‚gelbe Schein‘, der früher in der Schublade blieb oder schlichtweg nicht gemeldet wurde, taucht nun in der Statistik auf“, sagte die Vorständin des BKK Dachverbandes, Anne-Kathrin Klemm. „Der statistische Anstieg zeigt nicht mehr Krankheit an, sondern mehr Transparenz.“
BKK-Vorständin Klemm hielt nun dagegen. Demnach sei der hohe Krankenstand nicht auf Missbrauch etwa durch die telefonische Krankschreibung zurückzuführen. Auf den Krankschreibungen sei nicht vermerkt, ob sie nach telefonischem Kontakt oder in der Praxis ausgestellt wurden. „Wer den Krankenstand senken will, muss an diesen Ursachen ansetzen – nicht an pauschalen Vorwürfen gegenüber Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern“, sagte Klemm. Strukturelle Gründe seien etwa, dass Deutschland die älteste Arbeitsbevölkerung in der EU habe. Der Dachverband vertritt rund 9,6 Millionen Versicherte.
Den größten Anteil am Krankenstand hatten laut BKK-Daten erneut Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 1,20 Prozent, gefolgt von Atemwegserkrankungen mit 1,17 Prozent. Besonders besorgniserregend sei die Zunahme bei psychischen Erkrankungen. Deren Anteil am Krankenstand stieg demnach kontinuierlich von 0,62 Prozent im
Jahr 2016 auf nun 0,96 Prozent.










