AfD-Nachwuchs
Rüge für AfD-Jugendvorständin Gehrckens
30.03.2026 – 17:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Vorstandsmitglied der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland musste schon zurücktreten. Nun gerät eine weitere Führungsperson unter Druck.
Erneut gerät ein Vorstandsmitglied der neu gegründeten AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) unter Druck. Die GD-Vorständin Julia Gehrckens wurde vom AfD-Bundesvorstand um eine Stellungnahme gebeten, wie in Parteikreisen bestätigt wurde. „Bild“ hatte berichtet, in der AfD werde eine Strafe gegen sie geprüft. Zuvor hatte es bereits Ordnungsmaßnahmen gegen AfD-Nachwuchspolitiker Kevin Dorow gegeben.
Hintergrund sind Aussagen Gehrckens, die durch eine Recherche von RTL und „Stern“ bekannt wurden. Eine Reporterin hatte im vergangenen Sommer verdeckte Filmaufnahmen gemacht. Gehrckens soll darauf zu hören sein, wie sie Pforzheim als „gottlose Kanaken-Stadt“ und Linke als „geisteskrank“ bezeichnete. Weiterhin soll sie die Behauptung bestätigt haben, die Banken in Amerika würden den Juden gehören – „das stimmt halt auch“.
Der niedersächsische AfD-Landesverband, dem Gehrckens angehört, teilte auf Anfrage mit, dass Gehrckens eine Rüge ausgesprochen wurde. Der Landesvorstand habe sie darauf hingewiesen, dass „unangemessene, geschmacklose und inhaltlich problematische Äußerungen“ für die AfD inakzeptabel seien – unabhängig davon, ob sie im vermeintlich privaten Bereich getätigt wurden. „Wir gehen davon aus, dass der Bundesverband sich diesem Urteil anschließen wird.“ Gehrckens habe ihr Verhalten sehr bedauert.
Die Äußerungen sollen den Medienberichten zufolge bei einem „Frauenkongresses“ der ESN-Fraktion im Europaparlament, der auch die AfD angehört, gefallen sein sowie rund um ein Treffen des Frauen-Netzwerks „Lukreta“, das im Jahresbericht des Verfassungsschutzes Nordrhein-Westfalen 2024 den „rechtsextremistischen Akteuren“ zugerechnet wird.
Via „Bild“ hat sich Gehrckens erstmals öffentlich dazu geäußert. GD-Sprecher und -Vorstandsmitglied Wendelin Nepomuk Fessl bestätigte dies. „Ja, ich habe diese Aussagen gemacht. Das war ein Fehler“, wird die GD-Vorständin zitiert. „Ich lehne Antisemitismus ab und bedauere meine Wortwahl. Solch abwertende Formulierungen dürfen im politischen Raum keinen Platz haben.“
GD-Sprecher Fessl kritisierte, die vorliegenden Aufnahmen seien unter fragwürdigsten Umständen entstanden. Die darin getätigten Aussagen müssten jedoch politisch bewertet werden und entsprächen „in Teilen nicht unserem Anspruch an eine sachliche Auseinandersetzung“. „Frau Gehrckens hat Verantwortung übernommen, ihre Wortwahl eingeräumt und die deutliche interne Kritik sowie ausgesprochene Rügen akzeptiert, so dass wir den Vorgang nach Abwägung aller Umstände als abgeschlossen betrachten“, sagte Fessl.
