Statistik zur Migration

Zuwanderungszahlen in Deutschland überraschen

01.06.2026 – 14:23 UhrLesedauer: 2 Min.

Szene auf einem Jahrmarkt nahe Uetersen im Hamburger Umland, dort nimmt die Bevölkerungszahl zu. (Archivbild) (Quelle: ZQS)

Arbeitsministerin Bas löste zuletzt eine Debatte über Zuwanderung aus. Nun melden die offiziellen Statistiken einen auffallenden Trend. Vor allem ein Stadtstaat verliert an Attraktivität.

Im vergangenen Jahr sind unter dem Strich deutlich weniger Menschen nach Deutschland zugewandert als 2024. Die sogenannte Nettozuwanderung sank um 45 Prozent auf 235.000 Personen, nach zuvor 430.000, wie die Behörden am Montag mitteilten.

Den endgültigen Ergebnissen zufolge gab es insgesamt rund 1,48 Millionen Zuzüge und 1,25 Millionen Fortzüge über die deutschen Grenzen. Damit fiel die Zahl der zugewanderten Menschen um 13 Prozent, während sich die Summe der Abwanderungen um knapp zwei Prozent verringerte.

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Eine wesentliche Ursache für den Rückgang ist die niedrigere Zuwanderung aus den Hauptherkunftsländern von Asylsuchenden sowie aus der Ukraine. So sank die Nettozuwanderung aus Syrien um 67 Prozent auf 25.000. Aus der Türkei kamen netto 24.000 Menschen, ein Minus von 41 Prozent. Für Afghanistan registrierten die Behörden einen Rückgang um ebenfalls 41 Prozent auf 19.000. Auch die Nettozuwanderung
aus der Ukraine war mit 96.000 Personen erneut rückläufig, was einem Minus von 21 Prozent zum Vorjahr entspricht.

Auch innerhalb der EU verliert Deutschland mit seinem schwächelnden Arbeitsmarkt an Attraktivität. Der Wanderungssaldo Deutschlands mit der EU war mit minus 54.000 Menschen erneut negativ, nach zuvor minus 34.000. Es zogen also mehr Menschen aus Deutschland in andere EU-Staaten als von dort nach Deutschland. Die größten Wanderungsdefizite verzeichnete Deutschland dabei gegenüber Polen mit minus 17.000 und Bulgarien mit minus 14.000 Menschen.

Berlin verliert, Schleswig-Holstein gewinnt

Gleichzeitig verließen mehr Deutsche das Land als zurückkehrten. Die Nettoabwanderung deutscher Staatsbürger stieg auf 97.000, nach 81.000 im Vorjahr. Hauptzielländer waren die Schweiz, Österreich und Spanien. Innerhalb Deutschlands gab es ebenfalls deutliche Verschiebungen.

Die größten Wanderungsgewinne verzeichnete Brandenburg, gefolgt von Bayern und Schleswig-Holstein. Das nördlichste Bundesland verzeichnete ein Plus von 8.000 Personen. Ein Grund: Wegen der hohen Wohnungskosten in Hamburg verlassen viele die Hansestadt und ziehen in attraktive Marschgemeinden wie Tornesch, Heidgraben und Uetersen.

Die meisten Menschen zogen hingegen aus Berlin (minus 12.000 Personen), Thüringen (minus 6.000) und Nordrhein-Westfalen (minus 5.000) fort.

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