Nach 70 Jahren
Nazi-Bunker in Italien gibt Geheimnisse frei
16.03.2026 – 15:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei Arbeiten in einem Bunker trifft eine Gruppe Hobbyforscher auf einen bisher unbekannten Raum. Was sie dort entdecken, ist vielsagend.
In einem Bunkersystem im italienischen Ort Opicina bei Triest haben Hobbyforscher einen bisher unentdeckten Raum zugänglich gemacht. 70 Jahre lang war der Raum verschlossen gewesen, wie die Zeitung „Il Dolomiti“ berichtete.
Furio Alessi von der örtlichen Vereinigung GAAST (Gruppo Artistico Ambientale Storico Triestino), die sich für den Schutz und die Erforschung der lokalen Umwelt und Geschichte einsetzt, beschäftigt sich mit anderen Interessierten bereits seit vielen Jahren mit dem Bunker, wie er der Zeitung sagte. Seit Jahren finden in dem Bunkersystem auch Führungen für Touristen statt. Am Sonntag sei es der Gruppe gelungen, die bislang verschlossene Bunkerkammer zugänglich zu machen, hieß es in dem Bericht.
„Wir wussten schon lange von der Existenz dieses unterirdischen Raums“, sagte Alessi „Il Dolomiti“. Der Raum sei durch Unmengen an Schutt und Müll blockiert gewesen. Nach und nach bahnten sich die Freiwilligen einen Zugang.
Fotos, die die Hobbyforscher auf Facebook verbreiteten, zeigen, welche Geheimnisse sich in dem Bunker jahrzehntelang verbargen: Konservenbüchsen, Kondensmilch, Insektenspray – teils mit deutschen Aufschriften. Dazu jede Menge Müll wie Autoreifen und Tüten. „Als wir den Raum endlich öffnen konnten, bot sich uns ein riesiger, in den Karstfelsen gehauener Hohlraum“, sagte Alessi.
Der Hobbyforscher und sein Team planen nun, die Bunkeranlage weiter zu untersuchen – und immer größere Teile der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zwei Ausgänge seien noch immer durch Erde, Schutt und Müll versperrt, erklärte er. Außerdem bereite ihm Vandalismus und Vermüllung durch Besucher Sorgen. „Es wird noch einige Zeit dauern, bis das Gelände in ein Museum verwandelt ist“, sagte Alessi.
Der Bunker von Opicina war zwischen 1943 und 1945 Teil des Verteidigungssystems an der Adriaküste. Schätzungen zufolge starben zwischen September 1943 und Mai 1945 über 60.000 alliierte und 50.000 deutsche Soldaten in Italien. Am 29. April 1945 kapitulierten die deutschen Truppen.










