Neue Einstufung

Forscher warnen: Tierart jetzt extrem gefährdet

10.04.2026 – 00:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Eis in der Arktis schmilzt und der Meeresspiegel steigt. (Quelle: Ulf Mauder/dpa)

Das Meereis der Antarktis schwindet – mit Folgen für die dort lebenden Tiere. Jetzt wurden die Kaiserpinguine neu eingestuft.

Die Weltnaturschutzunion IUCN hat den Kaiserpinguin in eine höhere Gefährdungsstufe eingeordnet. Die Art gilt nun als „stark gefährdet“ – ein Schritt, den die Organisation mit dem Rückgang des antarktischen Meereises begründet. Das geht aus einer Mitteilung der IUCN hervor, über die die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

Auswertungen von Satellitenbildern zufolge lebten 2018 noch rund 180.000 Kaiserpinguine (Aptenodytes forsteri) in der Antarktis. Zwischen 2009 und 2018 schrumpfte der Bestand um zehn Prozent. Die IUCN geht davon aus, dass sich diese Zahl bis 2080 halbieren dürfte, sofern die Treibhausgasemissionen nicht deutlich sinken.

Als Hauptursache nennt die Organisation den Verlust von Meereis. „Der Hauptgrund dafür ist das frühe Aufbrechen und der Verlust des Meereises, das seit 2016 Rekordtiefstände erreicht hat“, erklärt die IUCN. Kaiserpinguine sind auf Meereis angewiesen, das an der Küste, am Meeresboden oder an festsitzenden Eisbergen verankert ist.

Es dient den Küken als Lebensraum und den ausgewachsenen Tieren während der jährlichen Mauserzeit als Rückzugsort. In dieser Phase wächst neues Gefieder nach, und die Pinguine können für zwei bis vier Wochen nicht schwimmen. Bricht das Eis zu früh auf, stürzt eine Brutkolonie ins Meer und ertrinkt.

Neben dem Kaiserpinguin stuft die IUCN auch den Antarktischen Seebär (Arctocephalus gazella) neu als stark gefährdet ein. Dessen Bestand habe sich von 1999 bis 2025 mehr als halbiert, auf zuletzt schätzungsweise 944.000 Tiere. Als Ursache nennt die Organisation unter anderem den Rückgang von Krill, kleinen Krebstieren, die wegen steigender Meerestemperaturen in immer größere Tiefen ausweichen. Den Jungen der Seebären fehlt dadurch Nahrung. Zusätzlich trage die Erholung der Bartenwal-Bestände zum Krillmangel bei, da diese Wale dieselbe Beute jagten.

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