Naturschützer fordern Erklärung

125 Euro für zwei Liegen – Mallorca-Strand wird zum Luxusgut


09.09.2026 – 13:45 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Strand von Cala Major auf Mallorca: Hier werden Premiumliegen für über 100 Euro angeboten. (Quelle: Eibner-Pressefoto/Dimitri Drofit via www.imago-images.de)

Mallorquinische Naturschützer prangern ein völlig überteuertes Angebot an einem Strand der Baleareninsel an. Ihnen geht es vor allem darum, dass öffentlicher Raum hier an Zahlungskräftige verschachert wird.

Sonnenbetten zum Preis von 125 Euro haben auf Mallorca die Umweltschützer auf den Plan gerufen. Der Umweltverband GOB (Grup Balear d’Ornitologia i Defensa de la Naturaleza) will wegen immenser Preise am Strand von Cala Major die zuständige Küstenbehörde einschalten und verlangt Aufklärung über die dort angebotenen Premium-Pakete.

Heikel ist der Fall deshalb, weil Cala Major wie die übrigen Strände Palmas öffentliches Eigentum ist. „Die Strände sind öffentliches Gut, und ihre Nutzung darf nicht zunehmend von der Kaufkraft der Besucher abhängig gemacht werden“, schreiben die Naturschützer in einer Pressemitteilung. Sie verweisen darauf, dass für die Bewirtschaftung der mallorquinischen Strände Vorgaben gelten. In der Wirtschaftlichkeitsberechnung, die der kommunalen Ausschreibung zugrunde lag, waren nach Angaben des GOB sechs Euro für eine Liege und ebenfalls sechs Euro für einen Sonnenschirm vorgesehen.

„Gravierende Unregelmäßigkeiten“

Tatsächlich werden in Cala Major demnach derzeit 15 Euro für einen Sonnenschirm und 25 Euro für zwei Liegen verlangt. Zwei Liegen samt Schirm kosten 35 Euro. Noch deutlich teurer ist das sogenannte Premium-Angebot. Für 125 Euro am Tag erhalten Strandbesucher zwei Liegen, einen Sonnenschirm und einen Safe.

Dieses Foto von der Werbetafel für die 125-Euro-Liegen veröffentlichte der GOB in einer Pressemitteilung. Die Naturschützer bemängeln, dass die öffentlichen Strände zunehmend zum Luxusgut werden. (Quelle: GOB)

Die Umweltschützer sehen darin „gravierende Unregelmäßigkeiten“. Die verlangten Preise stünden in „deutlichem Widerspruch“ zu den Grundlagen der kommunalen Ausschreibung. Sie wollen deshalb die Direcció General de Costes i Litoral (Generaldirektion der Regionalregierung der Autonomen Gemeinschaft der Balearen) einschalten.

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Es ist nicht der erste Streit dieser Art. Bereits im Juni hatte der GOB nach eigenen Angaben auf „überhöhte Preise“ an der Playa de Palma hingewiesen. Dort wurden Liegen und Sonnenschirme für jeweils zehn Euro angeboten. Zusätzlich gab es VIP-Angebote, die laut der Umweltschützer im genehmigten Projekt nicht vorgesehen waren.

Öffentlicher Raum wird Luxusgut

Der Verband warnt vor einer zunehmenden „wirtschaftlichen Segmentierung“ der öffentlichen Strände. Zwar bleibe der Zugang zur Küste kostenlos. Würden besonders attraktive Flächen jedoch zunehmend mit teuren privaten Angeboten belegt, könnten Teile des öffentlichen Raums faktisch zu Luxusprodukten werden.

Vor dem Hintergrund überfüllter Strände und des hohen touristischen Drucks treffe dies auch Einheimische. Der GOB fordert deshalb eine Überprüfung sämtlicher von Palma konzessionierter Stranddienste. Dabei soll geklärt werden, welche Preise tatsächlich verlangt werden und ob Premium- und VIP-Angebote überhaupt von den Genehmigungen gedeckt sind.

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