Schlüsselspieler der Spanier

  • Rodri (Manchester City, Marktwert rund 50 Millionen Euro): Rodri ist die zentrale Figur im Mittelfeld der Spanier. Der Kapitän leitet das Spiel und verteilt die Bälle aus dem Zentrum heraus. Er agiert mit Ruhe, ist der Taktgeber des Teams. Auch defensiv ist er sich für keinen Zweikampf zu schade und kann somit auch als Abräumer Angriffe des Gegners unterbinden. Diese defensive Stabilität lässt die Spieler neben ihm, Pedri vom FC Barcelona oder Fabian von Paris Saint-Germain, offensiver und kreativer agieren.
  • Lamine Yamal (Barcelona, Marktwert rund 200 Millionen Euro): Der erst 18-jährige Flügelspieler ist das offensive Aushängeschild der Spanier. Der Linksfuß ist im Eins-gegen-Eins nahezu unaufhaltsam und dazu auch torgefährlich, wenn er von Rechtsaußen nach innen zieht. Somit beansprucht er in vielen Fällen die Aufmerksamkeit von mehreren Verteidigern und kreiert freie Räume für seine Mitspieler. Mit gefährlichen Pässen in die Schnittstellen bespielt er diese freien Räume und legt Tore auf. Nach seiner Einwechslung gegen Kap Verde wirkte das Team wie ausgewechselt. Wie abhängig ist Spanien von Yamal?
  • Nico Williams (Athletic Bilbao, Marktwert rund 40 Millionen Euro): Bei der EM 24 bildete er zusammen mit Yamal auf der Gegenseite das wohl beste Flügelduo des Turniers. Geplagt in erster Linie von Verletzungen, konnte er seitdem jedoch nicht an seinen Topleistungen aus dem EM-Jahr anknüpfen. Für Spanien könnte er mit seinem Tempo und den Qualitäten im Abschluss dennoch ein essenzieller Faktor bei der WM werden. Voraussetzung dafür wird aber sein, dass er bis dahin fit und in Form kommt. Gegen Kap Verde fehlte auch er an allen Ecken und Enden.
  • Pau Cubarsí (FC Barcelona, Marktwert rund 80 Millionen Euro): Der Innenverteidiger ist mit seinen 19-Jahren einer der vielen jungen Spieler, die eine zentrale Rolle bei der WM spielen könnten. Bei der vergangenen EM und Nations League verweilte er lediglich auf der Bank, spielte sich jedoch mit seinen Passfähigkeiten im Spielaufbau in den Fokus des Trainers. Auch wenn ihm der klassische „Innenverteidigerkörper“ in puncto Größe und Gewicht etwas fehlt, zeichnet ihn sein hervorragendes Stellungsspiel aus. Er wird vermutlich an der Seite von Aymeric Laporte stehen, nachdem Robin Le Normand seinen Stammplatz verloren hat und noch um seine WM-Teilnahme bangt. Auch Dean Huijsen hat bei Real Madrid wiederholt Spiele verpasst und wird wohl eine Bankrolle einnehmen.
  • Unai Simón (Athletic Bilbao, Marktwert rund 22 Millionen Euro): Die medial wohl umstrittenste Position der Spanier ist die des Torhüters. Für Trainer De la Fuente ist jedoch klar, Unai Simón hat sein Vertrauen. Das stößt bei einigen Fans und Medien auf Unverständnis, da er womöglich zwei Torhüter, die statistisch eine bessere Saison spielen, draußen lässt. Joan García und David Raya müssen also wahrscheinlich auf der Bank verweilen. Schwer zu glauben, dass der Trainer seine Meinung bis zur WM noch ändert, sollte Simon das Vertrauen jedoch nicht mit Leistung zurückzahlen können, wird die Unruhe um die Position nicht leiser.
Luis de la Fuente: Seit 2023 ist er Trainer der spanischen Nationalmannschaft. (Quelle: IMAGO/Burak Akbulut)

Luis de la Fuente: Der Trainer, der Spanien wieder stabilisierte

Nachdem der spanische Fußballverband sich nach dem Ausscheiden im Achtelfinale der WM 2022 endgültig von Luis Enrique getrennt hatte, installierten sie Luis de la Fuente als langfristige Lösung. Erfahrung brachte der heute 63-Jährige genug mit. Sowohl als Spieler als auch als Trainer war er in der La Liga für Athletic Bilbao und Deportivo Alavés im Einsatz, ehe er dann für mehr als zehn Jahre in der Jugendabteilung Spaniens aktiv war.

Auch Erfahrungen als Trainer vor einem Weltpublikum hat Luis de la Fuente zu bieten. Bei den Olympischen Spielen in Tokyo 2021 führte er das Aufgebot der Spanier bis ins Finale. In diesem unterlagen sie knapp Brasilien. Seit der Ernennung zum Cheftrainer der A-Nationalmannschaft 2023 stabilisierte er „La Roja“ zunehmend und erlebte mit dem EM-Titel 2024 seinen persönlichen Karrierehöhepunkt.

Spielsystem und Taktik

De la Fuente blieb weiterhin in den Grundstrukturen 4-2-3-1 und 4-3-3. Systeme, die insgesamt sehr flexibel sind und dadurch gut an den jeweiligen Gegner angepasst werden können. Dennoch ist eine Entwicklung weg von dem typisch spanischen „Tiki-Taka“-Fußball zu erkennen, der sich besonders durch Ballbesitz und Spielkontrolle durch ein schnelles und direktes Kurzpassspiel auszeichnet.

In der Grundidee ist Spanien aber immer noch auf Ballbesitz fokussiert, nach Ballgewinn soll es jedoch schnell in die Tiefe gehen. Die Außenspieler wie Yamal und Williams werden so in Eins-gegen-Eins-Situationen gebracht. Mit Tempo können sie dann eigenständig den Strafraum attackieren und Abschlüsse suchen oder die nachrückenden Spieler im Strafraum in Szene setzen. Auch im eigenen Ballbesitz soll das Spiel mehr in die Länge und Breite gezogen werden, um Dynamik zu kreieren.

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