Vorbereitung auf „Big Bang“
„Voyager 1“: Nasa schaltet weiteres Instrument ab – so geht es weiter
21.04.2026 – 16:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Nasa muss bei „Voyager 1“ Energie sparen, damit die Raumsonde künftig Daten aus dem interstellaren Raum senden kann. Dafür wurde nun ein weiteres Instrument abgeschaltet.
Sie fliegt seit 1977 durchs Weltall, jetzt musste die Nasa bei ihrer Raumsonde „Voyager 1“ ein weiteres Instrument abschalten. Das teilt die US-Raumfahrtbehörde auf ihrer Seite mit. Demnach war die Abschaltung notwendig geworden, um den weiteren Betrieb der Raumsonde zu sichern.
Bei dem abgeschalteten Bauteil handelt es sich um das sogenannte „Low-Energy Charged Particles“ (LECP), das geladene Teilchen wie Ionen, Elektronen und kosmische Strahlung aus dem Sonnensystem und dem interstellaren Raum misst.
Laut Nasa war das Instrument seit dem Start von „Voyager 1“ fast 49 Jahre lang nahezu ohne Unterbrechung im Einsatz. Das Gerät half dabei, mehr über die Struktur des interstellaren Mediums jenseits der Heliosphäre und über die Magnetosphäre von Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun zu erfahren.
„Voyager 1“ wird, genau wie ihre Zwillingssonde „Voyager 2“, von einer Radionuklidbatterie mit Strom versorgt. Das System wandelt die Wärme von zerfallendem Plutonium in elektrische Energie um. Beide Sonden verlieren laut Nasa jedes Jahr etwa vier Watt Leistung, weshalb das Team nach und nach Heizungen und Instrumente abschalten muss, ohne dass jedoch wichtige Bauteile zu kalt werden.
Auslöser für die jetzige Abschaltung war eine geplante Drehbewegung der Sonde im Februar. Dabei sei die Stromversorgung von „Voyager 1“ unerwartet abgefallen. Nach Einschätzung der Nasa-Ingenieure hätte ein weiterer Energierückgang das Schutzsystem der Sonde aktivieren können, das Komponenten automatisch abschaltet.
Das Team wollte dem zuvorkommen und geht davon aus, dass es durch die Abschaltung Zeit gewinnen kann, um größere Energiesparmaßnahmen für beide Sonden erarbeiten zu können. Das Vorhaben trage den Spitznamen „Big Bang“ und sieht vor, mehrere stromverbrauchende Geräte gleichzeitig zu ersetzen oder abzuschalten, damit die Sonden noch lange genug weitere wissenschaftliche Daten sammeln können.
Welche Systeme wann abgeschaltet werden, war schon vor Jahren von der Nasa festgelegt worden. Wissenschafts- und Ingenieurteams hatten gemeinsam eine Reihenfolge erarbeitet, um die Mission trotz sinkender Energie möglichst lange fortzusetzen.
„Voyager 1“ fliegt wie ihre Schwestersonde seit Jahrzehnten durchs All und liefert Daten aus einer Region, die kein anderes menschengemachtes Objekt bislang erreicht hat. Weil die Sonde mehr als 25 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt ist, benötigen die Nasa-Befehle, ebenso wie die Antworten der Sonde, rund 23 Stunden bis zum Eintreffen am jeweiligen Ziel.











