Streit mit Investor eskaliert

Backstage: Darum geht es im 50-Millionen-Euro-Streit


04.03.2026 – 17:22 UhrLesedauer: 3 Min.

Hochhäuser an der Paketposthalle

Entwurf für die Hochhäuser an der Paketposthalle: Ein Bürgerbegehren gegen die Türme scheiterte vor Gericht. Nun droht ein erneuter Streit um das Gelände. (Quelle: Herzog & de Meuron)

Geld, Lärm und Verleumdung: Ein Streit zwischen einem Investor und einem Kulturzentrum in München droht zu eskalieren. Was es damit auf sich hat.

Gerade war der Streit um die Hochhäuser der Paketposthalle beigelegt, da schwelt schon ein neuer Konflikt. Jetzt streitet sich die Investorengruppe offen mit dem Kulturzentrum Backstage.

Der Backstage-Geschäftsführer Hans-Georg Stocker schreibt nämlich in einer Pressemitteilung, der Vorstand der Investorengruppe, Ralf Büschel, habe mit einer Schadensersatzklage in Höhe von 50 Millionen gedroht. Die Investorengruppe bestreitet wiederum die Vorwürfe.

Konkret geht es um das Areal der ehemaligen Paketposthalle, zwischen Arnulfstraße im Norden und der Friedenheimer Brücke im Süden. Die aktuellen Pläne sehen vor, dass die Paketposthalle zum Kulturzentrum wird, nebenan werden zwei 160 Meter hohe Hochhäuser errichtet. Hinzu kommen weitere mehrstöckige Wohn- und Bürogebäude. Einige Wohnungen sollen mittels Förderquote günstig vermietet werden.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das 1991 gegründete Kulturzentrum Backstage, seit 2007 am aktuellen Standort nahe der Friedenheimer Brücke. Hier gibt es neben Konzerten auch Partys und Flohmärkte sowie einen Biergarten und Public Viewing. Betrieben wird es von Hans-Georg Stocker und seiner Familie.

Um die Zukunft des Backstage zu sichern, haben Stocker und seine Familie einen Teil des Areals weiter östlich gekauft und planen dort den Umbau des Geländes. Neben einer Konzerthalle sind ein Parkhaus, ein Club und ein Sportplatz angedacht.

Damit künftige Anwohner das Backstage nicht mit Lärmschutzklagen überziehen, traten beide Seiten mit der Stadt in einen Dialog, um mögliche Stolpersteine noch vor Baubeginn aus dem Weg zu räumen. Doch nun beschuldigen die Backstage-Betreiber in einer Pressemitteilung die Investoren, die Bemühungen zu torpedieren.

Zuerst habe die Büschl-Gruppe erforderliche Unterlagen für den Lärmschutz nicht eingereicht. Außerdem würden die Investoren eine Ausgleichszahlung an die Event-Location entgegen einer früheren Abmachung nicht zahlen wollen, heißt es dort. Diese Zahlungen seien für das Backstage, das sein Geschäft durch die anstehenden Baumaßnahmen beeinträchtigt sieht, allerdings zwingend notwendig.

In der vergangenen Woche soll es dann zum Eklat bei einer Sitzung des Planungsreferats gekommen sein: Der Vorsitzende der Gruppe, Ralf Büschel, habe während der Sitzung „alle Einigungsversuche abgelehnt“ und fordere stattdessen „50 Millionen Euro Schadensersatz“. Wofür genau, ist nicht eindeutig: In der Mitteilung ist die Rede von einer „unabdingbaren Eintragung der Dienstbarkeiten für die Wohnungen“.

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