Amerikanisches Militär: Sexuelle Übergriffe nehmen zu

Die Zahl der offiziell gemeldeten sexuellen Übergriffe in den amerikanischen Streitkräften ist stark gestiegen. Ein am Donnerstag veröffentlichter Bericht des Verteidigungsministeriums hält fest, dass innerhalb eines Jahres 8866 Fälle registriert worden seien, bei denen Militärangehörige als „Opfer oder Täter“ beteiligt gewesen seien. Dies sei ein Anstieg um 13 Prozent. Besonders hoch ist der Anstieg im Heer. Dort stieg die gemeldete Fallzahl um fast 26 Prozent an. Das ist der höchste Anstieg seit 2013. Bei der Marine („Navy“) gab es einen Anstieg um neun Prozent. Bei der Luftwaffe und der Marineinfanterie („Marine Corps“) lag der Anstieg nur bei rund zwei Prozent. Ausgegangen wird von einer Dunkelziffer, da nicht alle sexuellen Übergriffe gemeldet werden.

Majid Sattar

Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

Der jährliche Bericht kommt von der Präventionsabteilung des Ver­teidigungsministeriums. Auf der Grund­lage von Truppenbefragungen wird geschätzt, dass fast 36.000 aktive Soldatinnen und Soldaten im Laufe des Jahres unerwünschte sexuelle Kontakte erlebten. Opfer seien 8,4 Prozent der Frauen und 1,5 Prozent der Männer. „Diese Zahlen sind tragisch und äußerst enttäuschend“, sagte die zuständige Direktorin Elizabeth Foster.

Das Verteidigungsministerium hob hervor, da die Erhebungsmethode verändert worden sei, seien die Werte womöglich nicht wissenschaftlich exakt. Jedoch würden auch andere Daten auf einen Anstieg hindeuten. Im Kampf gegen sexuelle Gewalt in den Streitkräften hatte Präsident Joe Biden im Januar das Strafrecht verschärft: Das Dekret sieht vor, dass sexuelle Übergriffe, häusliche Gewalt und Übergriffe auf Minderjährige durch Militärangehörige vor einem Kriegsgericht verhandelt werden und die Entscheidung über die strafrechtliche Verfolgung der Täter Staatsanwälten und nicht mehr der Armee überlassen wird.

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