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Dieser Film zählt zu den wichtigsten deutschen Produktionen


12.05.2026 – 13:01 UhrLesedauer: 3 Min.

Hans Wilhelm Brochert und Hildegard Knef in „Die Mörder sind unter uns“: Der Nachkriegsfilm läuft am 16. Mai im Fernsehen. (Quelle: imago stock&people/imago)

Dieser Film ist ein Zeugnis der Nachkriegszeit und zugleich eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte.

Viele Filme nehmen sich den Zweiten Weltkrieg zum Thema. Aber nur wenige Filme wurden mitten im Nachkriegsdeutschland gedreht und basieren auf eigenen Erlebnissen statt auf Erzählungen. Umso bedeutender ist „Die Mörder sind unter uns“ für den deutschen Film.

Darum geht es in „Die Mörder sind unter uns“

1945 in Deutschland. Susanne kehrt aus dem Konzentrationslager zurück in ihre Berliner Wohnung, nur um diese bereits belegt zu finden. Dort wohnt Dr. Mertens, ein Kriegsveteran, der gerade erst heimgekehrt ist. Widerwillig arrangieren sich beide mit der Zweckgemeinschaft. Bald wird Susanne zu Dr. Mertens Stütze, denn die Erlebnisse aus der Kriegszeit lassen ihn nicht los.

Mertens greift immer öfter zum Alkohol und sinnt gleichzeitig auf Rache. Als er seinem ehemaligen Hauptmann begegnet, wird dieser zum Sinnbild der Gräueltaten, die Mertens nicht vergessen kann.

So sehenswert ist „Die Mörder sind unter uns“

Der Film von 1946 beleuchtet eine der prägendsten Teile der deutschen Geschichte. Hildegard Knef, später eine der bekanntesten Schauspielerinnen des Landes, gibt hier in der Rolle der Susanne ihr Hauptrollendebüt. Der Film stellt Fragen, die zur Zeit der Veröffentlichung auch in den Nürnberger Prozessen diskutiert wurden.

Auch abseits der historischen Bedeutung kann die Produktion als Film überzeugen. Die Filmdatenbank IMDb bewertet „Die Mörder sind unter uns“ mit 7,4 von 10 Sternen. Auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes vergeben Kritiker 83 und Zuschauer 77 Prozent für den Film.

Für alle, die der deutschen Geschichte näher kommen wollen sowie für Fans von Hildegard Knef und dem alten deutschen Kino läuft „Die Mörder sind unter uns“ am 16. Mai um 23.20 Uhr auf RBB. Alternativ ist der Film bei Apple TV zum Kauf verfügbar.

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Neubeginn nach dem Krieg

„Die Mörder sind unter uns“ war der erste deutsche Film, der nach dem Zweiten Weltkrieg gedreht wurde. Er entstand bei der damals neu gegründeten DEFA, der größten Filmgesellschaft der DDR.

Weil der Film bereits im Oktober 1946, etwas mehr als ein Jahr nach Kriegsende, erschien, sind die Schauplätze und Themen direkt am Puls der Zeit. Kulissen mussten kaum nachgestellt werden, sondern waren noch zeitgenössisch vorhanden. Weil es in der späteren DDR zu dem Zeitpunkt keine Kinos gab, fand die Uraufführung in der Staatsoper statt.

Dass „Die Mörder sind unter uns“ eine Produktion des Sowjetischen Sektors wurde, lag weniger an politischen Vorlieben als an den Absagen der anderen Sektoren. Wolfgang Staudte, Drehbuchautor und Regisseur des Films, bot das Projekt zunächst Engländern, Franzosen und Amerikanern an, erhielt aber keine Zusagen.

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