Nach Schieflage 2022

Bund will verstaatlichen Energiekonzern Uniper verkaufen

Aktualisiert am 19.05.2026 – 09:34 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Energiekonzern Uniper soll reprivatisiert werden. (Archivbild) (Quelle: Peter Kneffel/dpa/dpa-bilder)

2022 war der Energiekonzern Uniper in Schieflage geraten und verstaatlicht worden. Nun steht die Privatisierung an.

Rund dreieinhalb Jahre nach der Verstaatlichung des Energiekonzerns Uniper beginnt die Bundesregierung mit dem Wiederverkauf des Unternehmens. Dabei prüft der Bund offenbar neben einem Verkauf auch einen Börsengang, wie aus einer am Dienstag in der „Financial Times“ veröffentlichten Anzeige hervorgeht. Eine endgültige Entscheidung über Umfang, Zeitpunkt oder Form einer möglichen Transaktion ist demnach aber noch nicht gefallen. Uniper befindet sich aktuell zu rund 99 Prozent in der Hand des deutschen Staates.

Auch die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) berichtete am Dienstag ähnlich unter Berufung auf eigene Informationen. Demnach scheint der Bund für einen Verkauf eines oder mehrerer Aktienpakete an Investoren offen, infrage komme aber auch ein Börsengang sowie eine Kombination aus beidem. Nach Informationen der Zeitung können sich Firmen, die sich an Uniper beteiligen wollen, bis zum 12. Juni beim Finanzministerium melden. Dabei würden einzig langfristig orientierte Investoren gesucht, die zudem den Energiekonzern als Ganzes erhalten wollten. Mögliche Abschlüsse seien dann bis November geplant.

  • „Schmachvoller Deal“: China-Billiglabel kauft teure Ökomarke
  • Nach über zehn Jahren: Führungswechsel bei Schokoladenhersteller

Parallel dazu werde an einem Börsengang im Januar 2027 gearbeitet. Hierbei dürfte sich der Bund aber noch nicht vollständig von allen Anteilen trennen, sondern bis Ende 2028 weitere Papiere „preisschonend“ veräußern, hieß es.

Über Form und Zeitplan der Reprivatisierung entscheidet Bund

Uniper selbst verbreitete auf Anfrage per Mail ein vorbereitetes Statement: „Uniper freut sich über die heutige Ankündigung des Bundesministeriums der Finanzen“, heißt es darin von Chef Michael Lewis. Der Konzern sei nun stabiler, resilienter und strategisch klarer aufgestellt. Das Geschäft sei konsequent auf verlässliche Erträge ausgerichtet und Uniper verfüge über eine starke Bilanz. „Damit sind wir nicht nur wieder in der Lage, Dividenden auszuschütten, sondern können zugleich gezielt in Wachstum und Transformation investieren – mit einer klaren Strategie für nachhaltigen Wert und Versorgungssicherheit.“ Über Form und Zeitplan der Reprivatisierung entscheide aber der Bund, betonte der Konzern.

Uniper war 2022, ausgelöst durch die Energiekrise nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine, in Schieflage geraten. Der Konzern hatte zuvor hunderte Stadtwerke und Industriebetriebe zu großen Teilen mit russischem Erdgas beliefert. Als diese Lieferungen infolge des Kriegs plötzlich ausblieben, musste der Konzern damals die fehlenden Mengen teuer bei anderen Lieferanten nachkaufen, was zu immensen Verlusten und tiefgreifenden Liquiditätsproblemen führte.

Ende 2022 wurde Uniper dann in einer milliardenschweren Rettungsaktion durch die Bundesregierung nahezu komplett verstaatlicht. Dabei wurden auch die Anteile des finnischen Fortum-Konzerns aufgekauft, der bis dahin Mehrheitsaktionär von Uniper gewesen war. Die EU hatte die Übernahme der Anteile von rund 99 Prozent seinerzeit aber nur unter Bedingungen genehmigt, welche unter anderem vorsehen, dass der Bund seine Beteiligung bis spätestens Ende 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie reduziert.

Share.
Exit mobile version