Wolters meldet Insolvenz an
Pleitewelle deutscher Firmen: So viele Jobs sind dadurch in Gefahr
23.06.2026 – 20:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein ganz aktuelles Beispiel kommt aus Braunschweig: Im ersten Halbjahr 2026 melden so viele Unternehmen Insolvenz an wie seit Langem nicht mehr.
Sinkender Bierabsatz und gestiegene Kosten setzen die Braunschweiger Wolters-Brauerei unter Druck. Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet. Der Betrieb läuft weiter. Das Traditionsunternehmen aus Braunschweig ist ein Beispiel von vielen: Der Auskunft bei Creditreform zufolge haben im ersten Halbjahr 2026 bundesweit rund 12.900 Unternehmen Insolvenz angemeldet.
Das ist der höchste Stand seit dem ersten Halbjahr 2013 und entspricht einem Anstieg von knapp acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark fiel der Zuwachs in Bremen aus, wo die Zahl der betroffenen Firmen um 62,5 Prozent auf 130 stieg. In Niedersachsen waren es nach Hochrechnungen rund 1.100 Unternehmen, ein Plus von 12,2 Prozent.
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Ein aktuelles Beispiel dafür, dass eine Insolvenz nicht zwingend das Ende eines Unternehmens bedeutet, ist die Brauerei Wolters in Braunschweig. Das traditionsreiche Unternehmen stellte beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung.
Wolters: Betrieb soll saniert und neu aufgestellt werden
Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb grundlegend zu sanieren und sich wirtschaftlich neu aufzustellen. Wolters teilte mit, der Betrieb werde trotz des Antrags „unter zunehmend anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fortgeführt“. Löhne und Gehälter der gesamten Belegschaft seien gesichert.
Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, sagt der dpa: „Der Pleite-Höhepunkt ist noch nicht erreicht.“ Er ergänzte: „Diese Entwicklung wird sich erst dann wieder stabilisieren, wenn die Wirtschaft endlich wächst. Nach jetzigem Stand also frühestens 2027.“ Bundesweit stehen insgesamt 165.000 Jobs infolge der Insolvenzen des ersten Halbjahres hierzulande auf der Kippe und damit mehr als vor Jahresfrist (143.000), wie Creditreform schätzt.










