Am besten legen Herzinfarktpatienten und ihre Angehörigen vorab Leitplanken fest, wann wie zu handeln ist: Bei welchen Anzeichen melde ich mich bei meinem Kardiologen? Wann in der Notaufnahme?
Das gibt Orientierung für die Momente, in denen die Angst wieder anschwillt. „Gerade, wenn man öfter Panik erlebt, sollte man versuchen, nicht aus dem momentanen Gefühl heraus zu entscheiden“, sagt Franziska Kolorz.
Wie kann man auf psychischer Ebene damit umgehen, wenn man in jedem Ziehen einen potenziellen Notfall wittert?
„Je mehr Aufmerksamkeit ich den Empfindungen in diesem Moment widme, umso intensiver wird auch das Erlebnis“, sagt Psychotherapeutin Kolorz. Um dem entgegenzuwirken, sind Übungen hilfreich, bei denen man zum Beispiel fünf Dinge aufzählt, die man im Raum sieht, vier Dinge, die man hört, und drei Dinge, die man ertasten kann. Das lenkt die Aufmerksamkeit nach außen.
Wichtig ist laut Katharina Schmitt auch das soziale Umfeld der Patienten. „Jemanden an seiner Seite zu haben, der einem mit Ruhe sagt, wir machen das gemeinsam, ist extrem wertvoll.“
Von Alkohol und Medikamenten zur Beruhigung raten die Expertinnen der Charité hingegen ab. „Auf lange Sicht führt das dazu, dass die Ängste schlimmer werden, weil wir unserem Körper immer weniger zutrauen, dass er alleine damit klarkommt“, sagt Katharina Schmitt.
Was hilft, wieder Vertrauen in den eigenen Körper aufzubauen, also positive Erfahrungen zu sammeln?
„Gerade Patienten, die voll aus dem Leben kommen, haben oft den Anspruch, nach dem Herzinfarkt sofort wieder zu funktionieren“, sagt Katharina Schmitt. Dabei kommt das Vertrauen eher zurück, wenn man bereits kleine Erfolge feiert.
Während Herzinfarktpatienten früher in Watte gepackt wurden und sich schonen sollten, weiß man heute: Auch Bewegung hilft. Katharina Schmitt empfiehlt hier herzsensible Sportgruppen und den Rat eines Sportmediziners.
Wer noch nicht in einer Reha-Maßnahme war, sollte klären lassen, ob Anspruch darauf besteht. „Man beschäftigt sich dort intensiv mit sich und seinem Körper und merkt, dass man nicht alleine mit dem Thema ist“, so die Expertin.
Stichwort Sport: Wie viel darf ich meinem Körper zumuten?
Um es nicht gleich zu übertreiben, sei die Reha genau der richtige Ort, so Kardiologin Christiane Tiefenbacher: „Man wird dort langsam auftrainiert und erfährt, wie hoch der Puls gehen sollte und wie lange man sich belasten kann“, sagt die Chefärztin der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie im Marien-Hospital Wesel. Grundsätzlich gilt: Solange einem die Bewegung guttut, ist sie auch nicht kontraproduktiv.










