Luxusleben trotz Insolvenz
„König von der Kö“ festgenommen – und wieder auf freiem Fuß
28.03.2026 – 21:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein bekannter Düsseldorfer Immobilienmogul ist nach einer internationalen Razzia festgenommen worden. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß.
Ein Düsseldorfer Immobilienunternehmer ist am Donnerstag auf Ibiza vorläufig festgenommen worden. Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt teilte mit, dass Beamte den 61-Jährigen in seiner Luxusvilla antrafen und zum Haftrichter brachten.
Laut übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich um Uwe Reppegather, der in Düsseldorf seit vielen Jahren als „König von der Kö“ bekannt ist. Mit seiner Centrum-Gruppe hatte er unter anderem den Gebäudekomplex Kö-Bogen II in der Innenstadt realisiert und besaß zahlreiche Immobilien an der Königsallee. Reppegather prägte die Königsallee entscheidend mit, plante unter anderem den spektakulären Calatrava-Boulevard und war eng mit prominenten Gästen wie Boris Becker und Til Schweiger verbunden.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft meldete der berühmte Unternehmer 2023 dennoch Privatinsolvenz an. Die Staatsanwaltschaft wirft Reppegather unter anderem Bankrott, Betrug, Untreue sowie Verstöße gegen Buchführungspflichten vor. Den Behörden zufolge soll Reppegather dabei Millionen Euro unrechtmäßig beiseitegeschafft haben. Der geschätzte Schaden liegt im hohen zweistelligen Millionenbereich.
Die Razzia war international angelegt: 400 Beamte durchsuchten 49 Objekte in Deutschland, Spanien, den Niederlanden, Luxemburg, Österreich und der Schweiz. Neben Reppegather wurde sein 66-jähriger Bruder Wolfgang in Leichlingen bei Leverkusen festgenommen, der dem Düsseldorfer Amtsgericht vorgeführt wurde.
Uwe Reppegather hingegen soll wieder auf freiem Fuß sein, wie die spanische Anwältin María Barbancho dem „Handelsblatt“ mitteilte. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf sagte dem „Handelsblatt“ am späten Freitagnachmittag, dass keine Informationen der spanischen Behörden vorlägen, wonach der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt worden sei. Grundsätzlich sei ein solcher Schritt jedoch möglich, „wenn ein Beschuldigter erkläre, sich dem Auslieferungsverfahren zu stellen“.
Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiche Beweismittel sicher: Geschäftsunterlagen, Computertechnik, Mobiltelefone, Bargeld und Kunstwerke. Außerdem wurden Luxusfahrzeuge, teure Handtaschen und Uhren konfisziert. Die Maßnahmen sollen dazu dienen, die Forderungen der Gläubiger zu befriedigen. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen steht laut Oberstaatsanwalt Hauke Lorenzen ein Schaden im hohen zweistelligen Millionenbereich im Raum.
Reppegather begann seine Karriere nach eigenen Angaben als Großhandelskaufmann. 1989 investierte er sein Erspartes in ein gehobenes Restaurant und stieg daraufhin in die Immobilienbranche ein. Anfang der 1990er-Jahre kaufte, sanierte und verkaufte er Wohnungen in Ostdeutschland. Der Schritt war entscheidend für seinen Aufstieg: Er etablierte sich als erfolgreicher Immobilieninvestor, später kaufte er dann auch zahlreiche Häuser im Westen – auch an Düsseldorfs bekannter Luxusmeile.









