Olympische Spiele
Hessens Medaillenhoffnung musste lange kämpfen
Aktualisiert am 10.02.2026 – 19:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Hessen ist kein Bobland – und doch stammt von hier eine der besten Pilotinnen Deutschlands. Kim Kalicki kämpfte kurz vor Olympia mit einer schweren Erkrankung.
Bobbahnen, Eiskanal, Wintersport-Tradition – all das verbinde man eher mit Oberhof oder dem Allgäu als mit Wiesbaden. Und doch ist in Hessen ausgerechnet eine Athletin gereift, die seit Jahren zur Weltspitze gehört. Kim Kalicki reist als Weltmeisterin von 2023 und Gesamtweltcup-Dritte zu den Olympischen Spielen nach Cortina – mit dem klaren Ziel Edelmetall. Doch dieser Weg sei im vergangenen Sommer jäh unterbrochen worden.
Die 28-jährige Bob-Pilotin aus Wiesbaden hatte damals wochenlang um ihre Gesundheit gekämpft – und damit auch um ihre letzte Olympia-Chance. Ausgerechnet in der entscheidenden Vorbereitungsphase auf die Winterspiele in Cortina habe eine schwere Lungenentzündung die Hessin komplett außer Gefecht gesetzt. Ihre Ambitionen auf eine Medaille seien plötzlich zur Hoffnung geworden.
Sie habe keine 30 Meter mehr gehen können, ohne eine Pause zu brauchen, sagt Kalicki. Essen zuzubereiten oder allein zu trinken sei unmöglich gewesen. Nur weil ihr Ehemann, auch ein Bobsportler, sie rund um die Uhr versorgt habe, habe sie nicht ins Krankenhaus gemusst. Ohne ihn hätte sie es nicht geschafft, sagte Kalicki rückblickend.
Der körperliche Stillstand habe auch mental Spuren hinterlassen. Während andere Athletinnen trainierten, habe sie nur zusehen können. Die Angst, ihre letzten Olympischen Spiele zu verpassen, sei allgegenwärtig gewesen.
Dass sie so ausgehebelt worden sei, sei heftig gewesen, erinnert sich Kalicki in der TV-Doku. Zeitweise habe sie gedacht, sie schaffe es nicht. In dieser Phase habe sie vieles infrage gestellt: „Ich habe Rotz und Wasser geheult.“
