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Home » Nach der Berlin-Wahl: Olympia-Chance schwindet
Deutschland

Nach der Berlin-Wahl: Olympia-Chance schwindet

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 21, 2026
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Landeswahlleiter berichtet von Graffitis und Schmierereien

Nach Angaben von Landeswahlleiter Stephan Bröchler wurden an manchen Wahllokalen Graffitis oder Schmierereien entdeckt, bei denen es um Aufrufe gegen die AfD ging. Diese seien nach Möglichkeit entfernt worden. Bei der Stimmabgabe im Wahllokal sind keine politischen Bekenntnisse erlaubt. „Wahllokale sind kein Ort parteipolitischer Manifestationen“, so Bröchler.

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An einigen Wahllokalen wurden laut Landeswahlleiter Stephan Bröchler Graffitis oder Schmierereien entdeckt, bei denen es um Aufrufe gegen die AfD ging. (Quelle: dpa/Katharina Kausche/dpa)

Auch in Gemeinderaum von Moschee wird gewählt

Einige Berliner dürfen ihre Stimme auf dem Gelände einer Moschee in Berlin-Pankow abgeben. Das Wahllokal auf dem Gelände der Moschee sei ein Zeichen, dass Islam und Muslime zu Berlin und Deutschland gehörten, sagte Scharjil Khalid, Imam und islamischer Theologe in der Khadija-Moschee.

Doch das Wahllokal im Gemeinderaum der Moschee wurde besonders in sozialen Medien auch kritisiert, wie Khalid berichtete. Kritiker forderten eine klare Trennung von Staat und Religion. Dem hielt der Imam entgegen, dass ebenso Kirchen und andere christliche Räume als Wahllokale genutzt würden.

Linken-Kandidat ruft zu „Wahl-Intifada“ auf

Der Neuköllner Linken-Kandidat Basem Said hat mit einem Aufruf zu einer „Wahl-Intifada“ Aufsehen erregt. Said veröffentlichte gemeinsam mit dem Palästina-Aktivisten Majed Abusalama einen entsprechenden Beitrag auf Instagram. Darin wird dazu aufgerufen, bei der Berliner Wahl die Linke und mehrere Kandidatinnen zu unterstützen: „Salam Neukölln. Heute ist eine Wahlintifada. Steht auf für unsere Kinder, unsere Gemeinschaften und unsere Zukunft.“

In dem Beitrag richtet sich die Kritik nicht nur gegen die AfD. SPD, CDU und Grüne würden „den gleichen rassistischen Konsens“ durchsetzen, heißt es dort. Said kandidiert auf Listenplatz sechs für die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Neukölln. Der Begriff „Intifada“ bezeichnet wörtlich einen Aufstand oder eine Erhebung und ist vor allem mit den palästinensischen Aufständen gegen Israel verbunden. Die Verwendung des Begriffs ist daher politisch und gesellschaftlich stark umstritten.

Schloss von Wahllokal verklebt

In der Sporthalle in der Monumentenstraße in Schöneberg wurden vor Beginn der Wahl die Schlösser verklebt. Das teilte die Polizei mit. In der Sporthalle befinden sich zwei Wahllokale. Das Lokal habe dennoch rechtzeitig und ohne Einschränkungen geöffnet werden können, hieß es.

Zudem berichtete die Polizei auf X davon, Anrufer würden melden, dass Wahlplakate zu nah an den Wahllokalen hängen. „Bitte sprechen Sie in diesen Fällen die Wahllokalvorstände an, unsere Einsatzkräfte stehen im engen Austausch mit diesen“, so die Polizei.

Wahllokal in Marzahn-Hellersdorf öffnete offenbar zu spät

Die Wahllokale sollten eigentlich ab 8 Uhr geöffnet sein. Das Wahllokal 131 in der Wilhelm-Busch-Grundschule in Marzahn-Hellersdorf konnte offenbar jedoch erst um 9.15 Uhr öffnen. Wie der „Tagesspiegel“ berichtete, war der Hausmeister nicht erreichbar, um das Gebäude zu öffnen.

CDU-Spitzenkandidat Evers zeigt sich entspannt

Sportlich gekleidet und gut gelaunt war CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers bei seiner Stimmabgabe. Er sei „ausgesprochen gelöst und entspannt“, sagte der 46-Jährige in der Turnhalle der Emanuel-Lasker-Schule in Berlin-Friedrichshain.

„Ich habe endlich mal ausgeschlafen“, erklärte Evers. Nach einem gemeinsamen Frühstück hätten sein Mann und er einen Spaziergang gemacht. Am Abend gehe es dann zum Abgeordnetenhaus, um das Ergebnis der Wahl zu verfolgen. „Es steht Spitz auf Knopf in Berlin“, so Evers. „Um 18 Uhr wissen wir alle mehr.“

In diesem Bezirk haben bislang die meisten gewählt

Die Wahl in Berlin ist in vollem Gange: Bis zum Sonntagmittag haben 448.072 der zum Abgeordnetenhaus Berlin Wahlberechtigten ihre Stimme im Urnenwahllokal abgegeben. Das teilte das Landeswahlamt mit.

Das seien 106.668 Wahlberechtigte mehr als zur Vorwahl im Jahr 2023. Jedoch weist das Amt darauf hin, dass bei dem Vergleich die Anzahl der ausgestellten Wahlscheine nicht berücksichtigt wird.

Unter Berücksichtigung der ausgestellten Wahlscheine haben nach derzeitigem Stand 27,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. 2023 lag die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt bei 23,4 Prozent. Damit lag die Wahlbeteiligung um 12 Uhr um 4,5 Prozentpunkte höher als zur Vorwahl 2023. Die höchste Wahlbeteiligung bis zum Mittag wird aus dem Bezirk Treptow-Köpenick gemeldet (30,5 Prozent), die niedrigste aus Mitte mit 24,8 Prozent.

AfD-Spitzenkandidatin Brinker hat gewählt

Die AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker hat ihre Stimme zur Abgeordnetenhauswahl abgegeben. Gut gelaunt erschien sie im Wahllokal in einer Schule in Steglitz. Lächelnd warf sie ihren Stimmzettel in die Urne.

Umfragen sagen ein knappes Rennen um das Rote Rathaus voraus. In den jüngsten Erhebungen lieferten sich die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp und die CDU mit Spitzenkandidat Stefan Evers ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Es folgten AfD, Grüne und die SPD.

Brinker ist seit 2013 AfD-Mitglied und gehört dem Abgeordnetenhaus seit 2016 an. Sie wurde lange Zeit eher dem liberal-konservativen Lager in der AfD zugerechnet, hat aber weder Berührungsängste mit stramm rechten Parteifreunden noch mit radikaler Programmatik.

Wegner, Graf und Evers haben gewählt

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner sowie sein möglicher Nachfolger und CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers haben gewählt. Das geht aus diversen Beiträgen auf den sozialen Medien hervor.

Wegner erschien am Sonntagmittag gemeinsam mit seiner Partnerin und Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch in der Spandauer Grundschule Ritterfeld. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner rechnet mit einer regen Wahlbeteiligung. „Ich glaube, dass viele Menschen wählen gehen und am Ende des Tages die Radikalen nicht gestärkt werden, sondern wirklich die Mitte“, sagte der CDU-Politiker am Rande seiner Stimmabgabe in seinem Wahllokal in der Grundschule Ritterfeld.

Er sei angespannt, aber zuversichtlich, so Wegner weiter. „Ich hoffe, dass wir stabile Verhältnisse bekommen in Berlin, dass wir eine Regierungskoalition hinbekommen, die dann auch konsequent diesen Kurs der Mitte auch fortsetzen kann.“

Der CDU-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl, Stefan Evers, wählte hingegen in Friedrichshain.

Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf erschien gut gelaunt kurz nach 9 Uhr im Wahllokal Tempelhof-Schöneberg. Lachend warf er seinen Stimmzettel in die Urne und strahlte in die Kameras.

So viele Wahllokale gibt es in Berlin

Es gibt 2.542 Urnenwahllokale bei der Wahl heute, ein Zehntel mehr als bei der Wiederholungswahl 2023. Sie haben bis 18 Uhr geöffnet. Hinzu kommen 1.572 Briefwahllokale. Bis zu 40.000 Wahlhelfer werden im Einsatz sein. Sie sollen einen reibungslosen Ablauf sicherstellen und bekommen für ihr Engagement bis zu 120 Euro „Erfrischungsgeld“.

Steffen Krach, Spitzenkandidat der Berliner SPD und Landesvorsitzender der SPD Berlin, wählt im Wahllokal in der Werbellinsee-Grundschule.Vergrößern des Bildes
Steffen Krach, Spitzenkandidat der Berliner SPD und Landesvorsitzender der SPD Berlin, wählt im Wahllokal in der Werbellinsee-Grundschule. (Quelle: Christoph Soeder/dpa)

Wer zuschauen will, kann das tun. Laut Wahlordnung hat jedermann Zutritt zum Wahlraum – und zwar schon tagsüber während der Stimmabgabe, und auch später ab 18 Uhr, wenn öffentlich ausgezählt wird und der Wahlvorstand das Ergebnis feststellt.

Diese Konstellationen sind nach der Wahl denkbar

Laut den jüngsten Umfragen kommt keine Zweierkoalition auf eine Mehrheit, auch nicht das regierende Bündnis aus CDU und SPD. Als wahrscheinliche Optionen gelten Dreierkoalitionen – also entweder gehen CDU, Grüne und SPD zusammen oder aber Linke, Grüne und SPD. Die AfD dürfte, anders als in Sachsen-Anhalt, bei der Regierungsbildung außen vor bleiben, weil die übrigen Parteien eine Zusammenarbeit mit der Rechtsaußen-Partei ablehnen. FDP und BSW sehen die Umfragen – mit einer Ausnahme – nicht im Parlament.

Linke (20–23 Prozent) und CDU (20–21 Prozent) rangieren in den jüngsten Erhebungen dicht beieinander, wobei die Linke zumeist knapp die Nase vorn hat. Etwas dahinter folgen die AfD (17–18 Prozent) und die Grünen (15–16 Prozent). Die SPD kann demnach mit 10 bis 12 Prozent nur auf Platz fünf hoffen. Umfragen sind allerdings keine Wahlergebnisse. Zuletzt gab es laut den Demoskopen noch viele unentschlossene Wähler.

Merkel hat schon per Briefwahl gewählt

Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre Stimme für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus bereits abgegeben. „Die Bundeskanzlerin a. D. hat per Briefwahl gewählt“, teilte ihr Büro auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

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Angela Merkel: Die einstige Bundeskanzlerin hat ihre Stimme bereits abgegeben. (Quelle: IMAGO/Christoph Hardt/imago)

Merkel liegt damit im Trend: Der Anteil von Briefwählern nimmt auch in Berlin tendenziell zu. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus 2016 waren es nach Angaben von Landeswahlleiter Stephan Bröchler noch 29,2 Prozent, 2021 dann 46,8 Prozent und 2023 44,5 Prozent.

Was wird heute eigentlich gewählt?

In jedem der 78 Wahlkreise wird ein Direktkandidat für das Abgeordnetenhaus gewählt – so heißt das Berliner Landesparlament. Die Zweitstimmen der Wahlberechtigten bestimmen die Sitzverteilung. Regulär gibt es 130 Abgeordnete, aktuell sind es durch Überhang- und Ausgleichsmandate 159. Außerdem bestimmen die Wählerinnen und Wähler die Zusammensetzung der Kommunalparlamente in den zwölf Bezirken neu.

Es gehen nur halb so viele Parteien mit eigenen Listen ins Rennen wie vor drei Jahren. Diesmal treten 17 Parteien zur Abgeordnetenhauswahl an. Zum Vergleich: Bei der wegen Pannen gerichtlich angeordneten Wiederholungswahl 2023 konkurrierten noch 33 Parteien.

Berücksichtigt werden nur Parteien, die mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen holen. Das soll eine Zersplitterung des Parlaments verhindern und so dessen Arbeitsfähigkeit sicherstellen.

So findet man sein Wahllokal

Auf der Wahlbenachrichtigung steht die Adresse des Wahllokals, in dem man wählen darf. Wer die Wahlbenachrichtigung verloren hat, findet sein Wahllokal auch über die Wahllokalsuche auf der Webseite des Landeswahlleiters – dafür reicht die eigene Anschrift als Eingabe.

Das müssen Wähler heute ins Wahllokal mitnehmen

Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wer um 18 Uhr bereits in der Schlange steht, darf noch abstimmen – wer danach eintrifft, nicht mehr.

Ins Wahllokal kommt nur, wer einen Ausweis mit Lichtbild dabei hat: Personalausweis, Reisepass oder Führerschein. Auch ein abgelaufenes Dokument wird akzeptiert. Die Wahlbenachrichtigung muss man nicht unbedingt mitnehmen. Wer im Wahlverzeichnis steht, darf auch ohne sie an der Wahl teilnehmen. Hier lesen: Das passiert, wenn man am Wahltag krank wird.

Landeswahlleiter: Auch Strich, Haken und Plus erlaubt

Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl ist nicht nur ein Kreuz auf dem Wahlzettel erlaubt. Ein „Strich, ein Kreuz, ein Plus-Zeichen“ machten die Stimmabgabe gültig, sagte Berlins Landeswahlleiter Stephan Bröchler. Gültig sei die Stimme auch, wenn der Kreis ausgemalt oder ein Häkchen in einem Kandidatenfeld gesetzt werde. Hier lesen: Diese Dinge machen den Stimmzettel ungültig.

Samstag, 19. September 2026

Evers attackiert die Linke: „Welten liegen zwischen uns“

Berlins CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat die Linke am Tag vor der Abgeordnetenhauswahl noch einmal scharf kritisiert. „Es ist eine Entscheidungs-, eine Richtungswahl zwischen zwei Parteien, zwischen denen buchstäblich Welten liegen“, sagte Evers beim CDU-Wahlkampfabschluss in Berlin-Steglitz.

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Wahlplakate für die Abgeordnetenhauswahl 2026 mit Elif Eralp (Die Linke) und Stefan Evers (CDU): Es wird ein enges Rennen zwischen Linke und CDU erwartet. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

In Berlin gehe es um eine radikale Linkspartei, in der Judenhass geduldet und Polizistenhass hofiert werde, die die Polizei schwächen und den Verfassungsschutz abschaffen wolle. „Wir sind in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Linken, wirklich jede Stimme zählt“, sagte er.

„Das war ein Wahlkampf, wie wir ihn noch nie gesehen haben“, betonte Evers, der erst Mitte Juli CDU-Spitzenkandidat wurde, nachdem Kai Wegner wegen der anhaltenden Kritik an falschen Angaben zu seinem Verhalten beim Stromausfall im Januar seinen Rückzug bekannt gegeben hatte.

Bei seinem Start als Spitzenkandidat habe die CDU in Umfragen auf Platz vier gelegen. „Gefühlt im freien Fall, eine Situation, die sich keiner so gewünscht hat“, sagte Evers. „Wir haben uns zurückgekämpft.“

Freitag, 18. September 2026

Wahlkampf in Berlin geht zu Ende

Zwei Tage vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus schließen heute viele Parteien offiziell ihren wochenlangen Wahlkampf ab. Zur Linken-Kundgebung werden neben Spitzenkandidatin Elif Eralp auch Bundes-Parteichefin Ines Schwerdtner sowie Gregor Gysi erwartet. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat zum Abschluss den früheren Regierungschef Klaus Wowereit dabei.

Bei den Grünen sprechen im Mauerpark Spitzenkandidat Werner Graf und die frühere Parteichefin Ricarda Lang. Beim BSW ist auf dem Alexanderplatz Parteigründerin Sahra Wagenknecht dabei. Die CDU hat ihren Wahlkampfabschluss erst am Samstag.

Aktuelle Umfrage: Linke knapp vor CDU

Kurz vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus liegt die Linke im ZDF-Politbarometer Extra bei 22 Prozent, die CDU bei 20 Prozent. Der Abstand von zwei Punkten bewegt sich innerhalb der angegebenen Fehlertoleranz von plus/minus drei Prozentpunkten – ein gesicherter Vorsprung lässt sich daraus nicht ableiten.

Auch bei der Frage nach der bevorzugten Regierungschefin oder dem bevorzugten Regierungschef liegen die Spitzenkandidaten nahezu gleichauf: Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp kommt laut der Erhebung auf 25 Prozent, CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers auf 24 Prozent.

Hinter den beiden führenden Parteien folgen laut Politbarometer Extra die AfD mit 18 Prozent, die Grünen mit 15 Prozent und die SPD mit 12 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht kommt auf 4 Prozent und liegt damit knapp unter der Fünfprozenthürde.

Koalitionsfrage bleibt nach letzter Debatte offen

Kurz vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 21. September 2026 blieb bei der letzten gemeinsamen Debatte der Spitzenkandidaten vieles offen, was mögliche Bündnisse angeht. Bei einer Veranstaltung des „Tagesspiegel“ im Deutschen Theater zogen SPD und Grüne keine klaren Koalitionslinien und wollten sich vorab nicht festlegen. Die CDU setzte dagegen die deutlichste Grenze: Spitzenkandidat Stefan Evers schloss eine Zusammenarbeit mit Linken und AfD aus. „Wir werden weder mit den einen noch mit den anderen Radikalen zusammenarbeiten“, sagte Evers.

Evers greift Linke scharf an und spricht von Extremisten

Offen ist damit weiter, welche Rolle die Linke nach der Wahl überhaupt spielen kann. Spitzenkandidatin Elif Eralp erklärte, sie wolle regieren und nannte als Ziel, Berlin bezahlbar zu machen. „Das ist auch der Anspruch der Partei“, sagte sie. Gleichzeitig sagte Eralp, dass Teile der Berliner Linken eine Regierungsbeteiligung ablehnten; nach ihren Angaben soll ein Parteitag in der Woche nach dem Wahltag darüber entscheiden.

Drei Tage vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers bei einer Veranstaltung mit Bundeskanzler Friedrich Merz in der CDU-Parteizentrale die Linke scharf angegriffen. Evers sagte: „Diese Stadt der Freiheit darf nicht in die Hände von Extremisten, von extremen politischen Parteien fallen, von Parteien, die Judenhass offen in ihren Reihen dulden.“ Die Forderung der Linken nach einer Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen bezeichnete er als „Massenenteignungen“.

Merz stärkte Evers bei dem Termin den Rücken und lobte ihn als künftigen Regierenden Bürgermeister. Er sagte: „Mit einem solchen Regierenden Bürgermeister können wir alle weiter stolz sein auf unsere Hauptstadt.“ Es war der einzige gemeinsame Wahlkampfauftritt des innerparteilich angeschlagenen Kanzlers in Berlin.

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