„Keine Ahnung, was ich antworten soll“
Nach dem Abstieg sind fast alle Spieler weg
18.05.2026 – 08:39 UhrLesedauer: 3 Min.

Für Fortuna Düsseldorf geht es in die 3. Liga. Das stellt den Klub vor extreme Herausforderungen.
„Wir machen dieses Jahr keinen Hehl daraus. Wir wollen um den Aufstieg spielen.“ Dieser Satz von Daniel Thioune ist ein Dreivierteljahr alt. Damals war Thioune noch Trainer von Fortuna Düsseldorf und hatte mit seinem Klub Großes vor. Doch die Wochen und Monate danach wurden zu einem Albtraum für den Zweitligisten. Thioune musste bereits im Oktober gehen, sein Nachfolger Markus Anfang war sechs Monate später ebenfalls wieder weg. Alexander Ende, der dritte Trainer diese Saison, konnte den Abstieg auch nicht abwenden.
Dabei sah es vor dem 34. Spieltag stark nach Klassenerhalt aus. In der Vorwoche hatte Düsseldorf zu Hause gegen Elversberg gewonnen, hatte alles selbst in der Hand. Doch am gestrigen Sonntag folgte ein desaströses 0:3 in Fürth, das aufgrund der Ergebnisse in den anderen Stadien den direkten Abstieg bedeutete. Bei Spielern und Fans machte sich innere Leere breit.
Kapitän Florian Kastenmeier stand in Tränen aufgelöst vor den Anhängern im Gästeblock. „Wir haben es komplett verschissen. Wir sind dafür verantwortlich. Ich habe eigentlich keine Ahnung, was ich antworten soll. Es gibt wenig zu sagen“, trauerte der Torhüter. „Das, was heute passiert ist, ist mit nichts zu entschuldigen.“ Während der Rest der Mannschaft ausgepfiffen wurde, bekam Fanliebling Kastenmeier zumindest etwas Applaus.
Vorstandschef Jobst kündigt „knallharte Analyse“ an
Statt der Bundesliga wartet auf die Fortuna jetzt die 3. Liga. Statt dem 1. FC Köln sind Viktoria und Fortuna Köln zu Gast. Statt zu den Profis des VfB Stuttgart geht es zur U23 der Schwaben. Es ist das Ergebnis mehrerer Fehler. Zum einen entpuppte sich die Kaderplanung der Fortuna als schlecht, kaum ein Neuzugang schlug ein. Zum anderen hatte Düsseldorf auch mit zahlreichen Verletzungen und Fitnessproblemen zu kämpfen. Bei der Aufarbeitung der Saison werden auch der Athletikbereich und die medizinische Abteilung eine zentrale Rolle spielen.
Vorstandschef Alexander Jobst kündigte eine „knallharte Analyse“ an. „Nach dem heutigen Spiel muss ich klipp und klar sagen: Wir sind zu Recht abgestiegen“, sagte er am Sonntag. Der Abstieg ist in vielerlei Hinsicht eine Katastrophe, vor allem finanziell. „Diese Fallhöhe von zweiter auf dritte Liga wird eine Tragweite mit sich bringen, die ich heute noch nicht nennen kann“, erklärte Jobst. TV-Gelder, Werbeeinnahmen, Ticketverkäufe, in mehreren Bereichen bedeutet der Abstieg drastische Einschnitte.