Vor Kommunalwahl am Sonntag

FC Bayern, N-Wort: Münchens OB bittet um Entschuldigung

06.03.2026 – 17:16 UhrLesedauer: 2 Min.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD): Er gerät kurz vor der Wahl in Erklärungsnot. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Matthias Gränzdörfer/imago)

Kurz vor der Münchner Kommunalwahl häufen sich die Kontroversen um Oberbürgermeister Dieter Reiter. Der SPD-Politiker steht gleich wegen mehrerer Vorfälle unter Druck.

Unmittelbar vor der Münchner Kommunalwahl gerät Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wegen mehrerer Kontroversen in die Kritik. Auslöser ist unter anderem seine Tätigkeit beim FC Bayern München, für die er nach eigenen Angaben seit Jahren eine Aufwandsentschädigung erhält, ohne den Stadtrat darüber informiert zu haben. Reiter bat dafür nun öffentlich um Entschuldigung.

„Ich stehe auch gegenüber der Regierung für volle Transparenz und bedauere, dass ich es versäumt habe, den Stadtrat nicht von Anfang an damit zu befassen“, sagte der SPD-Politiker. Die Regierung von Oberbayern prüft inzwischen, ob wegen der Zahlungen ein Disziplinarverfahren eingeleitet wird. Reiter kündigte an, alle Fragen der Behörden und des Stadtrats umfassend zu beantworten.

Der Oberbürgermeister erklärte zudem, er werde seine Funktionen beim FC Bayern bis zur Klärung ruhen lassen. „Bis zur Klärung werde ich mich an keiner Sitzung, Beratung und Entscheidung im Rahmen meiner Funktionen beim FC Bayern beteiligen“, teilte Reiter mit.

Der Hintergrund: Reiter hatte öffentlich gemacht, dass er seit Ende 2021 für seine Tätigkeit im Verwaltungsbeirat des Fußballvereins eine Aufwandsentschädigung von 10.000 Euro pro Halbjahr erhält. Eine Genehmigung des Stadtrats, die nach bayerischem Beamtenrecht für solche Nebentätigkeiten erforderlich sein kann, lag nach bisherigen Angaben nicht vor. Reiter erklärte, ihm sei diese Pflicht nicht bewusst gewesen.

Für zusätzliche Kritik sorgten zuletzt weitere Vorfälle im Münchner Rathaus. So weigerte sich Reiter zunächst, eine Gerichtsentscheidung zur Wiedereinführung von Tempo 30 an einem Abschnitt des Mittleren Rings umzusetzen. Erst nach einer Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs setzte die Stadt die Anordnung um.

Trotz der Kontroversen sahen Umfragen den SPD-Politiker zuletzt deutlich vor seinen Herausforderern von CSU und Grünen. Ob die jüngsten Vorwürfe Auswirkungen auf den Wahlausgang haben, dürfte sich nun an der Wahlurne zeigen.

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