Internationaler Durchbruch

Mysteriöser Auftritt in Köln legte Grundstein für Freddy Quinns Karriere


19.02.2026 – 12:33 UhrLesedauer: 3 Min.

Entertainer und Musiker Freddy Quinn (Archivbild): Der heute 94-Jährige hatte einen seiner ersten Erfolge in Köln. Als Teilnehmer beim Eurovision Song Contest legt er den Grundstein für seine Karriere. (Quelle: Andreas Weihs via www.imago-images.de)

Freddy Quinn landet mit 94 Jahren überraschend einen Charterfolg. Seine erfolgreiche Karriere startete bei einem Auftritt in Köln – an den sich kaum jemand erinnert.

Kaum jemand kennt allerdings die Geschichte von Quinns wohl erstem großem Auftritt. Noch vor der Veröffentlichung seines ersten Studioalbums „Freddy“ trat der heute 94-Jährige in Köln auf. Bei der mit Stars wie Margot Eskens oder Friedel Hensch und die Cypries gespickten Veranstaltung ging es um nicht weniger als die Teilnahme am allerersten Eurovision Song Contest, damals noch Grand Prix Eurovision de la Chanson européenne.

1956 sollte der mittlerweile größte Musikwettbewerb der Welt zum ersten Mal ausgetragen werden. Auch Deutschland wollte einen aussichtsreichen Kandidaten nach Lugano in die Schweiz schicken – und veranstaltete dafür am 1. Mai 1956 eine Art Vorentscheid im Kölner Funkhaus.

Mit dabei waren zwölf Musiker, darunter auch Newcomer. Neben Freddy Quinn waren Lys Assia, Rolf Baro, Eva Busch, Angèle Durand, Margot Eskens, Friedel Hensch und die Cypries, Margot Hielscher, Bibi Johns, Gerhard Wendland, Walter Andreas Schwarz und Hans Arno Simon eingeladen. Doch wie diese Veranstaltung tatsächlich ablief, ist umstritten.

Denn ob und wie der Vorentscheid stattgefunden haben soll, daran gibt es nur lückenhafte oder gar keine Erinnerung. In den offiziellen historischen Dokumenten zum Eurovision Song Contest heißt es: „Zwar kündigten Programmzeitschriften für den 1. Mai 1956 eine Gesangsshow aus dem großen Sendesaal des Kölner Funkhauses an. Doch keiner der Künstler mag sich an eine solche Veranstaltung erinnern.“

Die Jury schickte dennoch Quinn und den damals unbekannten Newcomer Walter Andreas Schwarz nach Lugano. Freddy Quinn hatte mit seinem Song „Heimweh“ erste Erfolge in Deutschland gefeiert, erhielt für die Single später Doppel-Platin. Beim ESC trat er allerdings mit dem Hit „So geht das jede Nacht“ an – er landete auf Platz 19 der Single-Charts und war Deutschlands Premieren-Beitrag beim Grand Prix.

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