60. Verhandlungstag

Block-Prozess: Mutmaßlicher Entführer feierte die Tat mit Wein


29.06.2026 – 12:34 UhrLesedauer: 2 Min.

Die angeklagte Unternehmerin Christina Block und ihr Anwalt Ingo Bott sitzen im Gerichtssaal: Am heutigen Prozesstag sagt ein Zeuge aus Israel per Video aus, (Quelle: Markus Scholz)

Am 60. Verhandlungstag im Prozess gegen Christina Block sagt ein mutmaßlicher Beteiligter der Silvesternacht 2023/24 per Video aus Israel aus. Er erklärte, warum er die Tat anfangs feierte.

Es war bereits der heutigen 60. Verhandlungstag im Prozess rundum Christina Block. Heute wurde ein weiterer Zeuge im Hamburger Landgericht verhört. Der 42-jährige Israeli war jedoch nicht selbst vor Ort, sondern wurde per Video aus seiner Heimat zugeschaltet.

Block wird vorgeworfen, die Entführung ihrer eigenen Kinder in der Silvesternacht 2023/24 aus der Obhut des Vaters Stephan Hensel in Auftrag gegeben zu haben. Der heutige Zeuge war bei der gewaltsamen Rückholung der Block-Kinder nach eigener Aussage einer der Fahrer – und sprach offen über seine Gefühle.

„Man hat uns gesagt, es geht darum, die Kinder zu retten“, erklärte der zugeschaltete Zeuge, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Er habe geglaubt, die Aktion, die Kinder vom „grausamen Vater“ in Dänemark zu ihrer Mutter nach Deutschland zu bringen, sei legal.

Wie „stern.de“ berichtet, sprach der Zeuge außerdem von einem Treffen vor der Silvesternacht, bei dem er Block kennenlernte. „Mit Tränen in den Augen sagte Block uns: Viel Erfolg“, zitiert „stern.de“ den Zeugen. Von diesem Treffen sprachen bereits vorherige Zeugen im Prozess.

Der ehemalige Sportjournalist und Lebenspartner Blocks Gerhard Delling und die angeklagte Unternehmerin sitzen im Gerichtssaal: Die Aussage des heutigen Zeugen könnte die Steakhouse-Erbin belasten. (Quelle: Markus Scholz)

Zeuge feierte mit Wein im Flugzeug

Den damals zehn Jahre alten Jungen und seine 13-jährige Schwester seien in Süddeutschland Block übergeben worden, wie der Mann, der in Israel nach eigenen Angaben Projektmanager ist, heute erklärte. Nach der Tat sei er in seine Heimat zurückgekehrt.

Wie die dpa weiter berichtet, habe er im Flugzeug eine Flasche Wein bestellt, um zu feiern, dass die Kinder gerettet seien. „Das Gefühl war sehr gut“, zitiert ihn die dpa. Erst ein Jahr später habe er erfahren, dass alles anders gewesen sei, als es ihnen erklärt worden sei.

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