Fast zehn Prozent
Kleingeld einzahlen: Die teure Gebührenfalle im Supermarkt
21.02.2026 – 12:11 UhrLesedauer: 3 Min.
Endlich das gesammelte Kleingeld eintauschen – direkt beim Einkauf. Klingt nach einer cleveren Lösung. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt einen teuren Haken.
Doch für manche wird zu viel Kleingeld auch lästig. Sie wollen es aufs Konto einzahlen oder in Scheine tauschen. Im Supermarkt scheint die Lösung direkt neben der Kasse zu stehen: ein Münzautomat. Kleingeld einwerfen, Bon mitnehmen, Einkauf bezahlen – fertig.
Bequem klingt gut. Aber lohnt sich das wirklich? Oder zahlen Sie am Ende kräftig drauf?
Münzautomaten – auch Münzzähler oder Coin Counter genannt – stehen in vielen Supermärkten und Einkaufszentren. Das Prinzip ist einfach: Sie schütten Ihr gesamtes Kleingeld in den Automaten. Das Gerät zählt und sortiert die Münzen automatisch. Anschließend druckt es einen Beleg aus.
Wichtig: Sie bekommen kein Bargeld zurück. Darauf weist die Verbraucherzentrale Sachsen hin. Statt Scheinen erhalten Sie einen Gutschein. Diesen können Sie meist nur in genau dem Supermarkt einlösen, in dem der Automat steht.
Wenn Sie also für die Urlaubskasse, neue Elektronik oder einen größeren Wunsch gespart haben, hilft Ihnen der Gutschein wenig. Sie bleiben an die jeweilige Filiale gebunden – und verlieren die Flexibilität über Ihr eigenes Geld.
Noch gravierender sind die Kosten. Verbraucherschützer warnen: Betreiber von Münzautomaten behalten einen erheblichen Teil als Servicegebühr ein.
Die Verbraucherschützer kritisieren außerdem mangelnde Transparenz. Die Geräte weisen Gebühren oft nicht besonders prominent aus. Viele Kundinnen und Kunden werfen ihr Geld ein, bevor sie genau sehen, wie hoch der Abzug ausfällt. Verbraucherschützer sprechen deshalb von „Abzocke“ und fordern klarere Vorab-Informationen – ähnlich wie sie bei Geldautomaten seit 2011 vorgeschrieben sind.
Deutlich günstiger geht es bei der Deutschen Bundesbank. Dort können Sie Münzen vollständig kostenfrei in Scheine umtauschen.
Sie erhalten also echtes Bargeld und keinen Gutschein. Allerdings unterhält die Bundesbank nur Filialen in größeren Städten. Prüfen Sie deshalb vorab, ob sich eine Filiale in Ihrer Nähe befindet und welche Öffnungszeiten gelten.
