Stichwahl

Münchens OB Reiter gratuliert Grünen-Kandidat zum Sieg

Aktualisiert am 22.03.2026 – 19:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Dieter Reiter (l) konnte sich im Rennen um das Münchner Rathaus nicht gegen Dominik Krause durchsetzen. (Archivbild) (Quelle: Felix Hörhager/dpa/dpa-bilder)

Seit Wochen fiebert München auf die Stichwahl des Oberbürgermeisters hin. Es zeichnet sich ein historisches Ergebnis ab.

Münchens SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter hat im Rennen um die Rathausspitze eine Niederlage gegen Grünen-Kandidat Dominik Krause eingestanden. Es sei der letzte Tag seiner politischen Karriere, sagte Reiter angesichts eines deutlichen Vorsprungs von Krause bei der laufenden Auszählung der Stichwahl. Reiter stand zuletzt wegen seines Umgangs mit Vereinsmandaten beim FC Bayern München samt Vergütungen in der Kritik.

Nach Auszählung von 674 von 926 Wahlbezirken kam der 35 Jahre alte Krause auf 58,3 Prozent der Stimmen. Reiter erreichte demnach nur 41,7 Prozent. Bei der Wahlparty der Grünen brandete Jubel auf, als die erste Tendenz bekanntwurde.

Die Wahl war so spannend wie seit Jahrzehnten nicht mehr in München. Lange galt Amtsinhaber Reiter als unangefochtener Favorit. Doch dann wurde bekannt, dass er schon seit Jahren Geld vom FC Bayern München für einen Posten in dessen Verwaltungsbeirat bekommen hatte und sich dies nicht – wie er es hätte tun müssen – vom Stadtrat genehmigen ließ. Vor allem wegen seines Umgangs damit geriet Reiter massiv in der Kritik.

Nach großem öffentlichem Druck räumte er Fehler ein und trat vom Posten des Verwaltungsbeirates und auch von dem des Aufsichtsrates, den er gerade erst übernommen hatte, zurück.

Sollte Krause die Wahl tatsächlich gewinnen, hätte die bayerische Landeshauptstadt zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen grünen Oberbürgermeister.

Im ersten Wahlgang am 8. März hatte er zwar mit 35,6 Prozent noch deutlich vor Krause mit 29,5 Prozent gelegen. Allerdings lag das damals vor allem an den Briefwählern, von denen ein Großteil noch vor Bekanntwerden der Affäre abgestimmt hatte. Nach den nur am Wahltag selbst abgegebenen Stimmen lag Krause bereits vor zwei Wochen vor Reiter.

Nach 14 Jahren im Amt muss der 67 Jahre alte Reiter, der einen komplett auf ihn zugeschnittenen Wahlkampf mit dem Slogan „München. Reiter. Passt“ geführt hatte, sich nun wohl dem 35 Jahre alten Krause geschlagen geben. Der Grünen-Kandidat hatte deutlich mehr auf Inhalte wie den Kampf gegen Wohnungsnot und hohe Mieten gesetzt und für frischen Wind im Münchner Rathaus geworben.

Das Wahlergebnis wird absehbar ein historischer Einschnitt für die SPD. Seit 1948 war fast immer ein Sozialdemokrat Münchner Oberbürgermeister – mit Ausnahme der Jahre 1978 bis 1984, als CSU-Mann Erich Kiesl den Posten innehatte.

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