Kurz vor dem ersten Wahlgang 8. März geriet Reiter damit in die Schlagzeilen und fiel in der Gunst der Wähler gewaltig. Bei der Wahl erreichte er nur 35,6 Prozent, rund zwölf Prozentpunkte weniger als 2020. Krause dagegen kam auf 29,5 Prozent und zwang den Amtsinhaber somit in die Stichwahl.
Reiter zog die Notbremse, legte die Posten beim FC Bayern nieder und erklärte, die dafür erhaltenen 90.000 Euro zu spenden. Das Vertrauen der Menschen sei ihm wichtiger als Mandate oder Vergütungen, erklärte der 67-Jährige. Mit roten Rosen und Verweis auf zwölf erfolgreiche Amtsjahre warb er um die Gunst der Münchner – aber offenbar reichte das nicht. Ein bitterer Abend sei das für ihn und für seine SPD, die „grandios“ mit ihm um den Wahlsieg gekämpft habe. Aber: „Es ist mir nicht gelungen, diesen Trend umzukehren.“
Auch bei der Bayern-SPD ist man enttäuscht. Diese Niederlage sei „hausgemacht“, „bedauerlich“ und „sehr bitter“, sagte Landeschef Sebastian Roloff. Das strahle über München hinaus.
Doch trotz aller Enttäuschung gab sich Reiter als fairer Verlierer und gratulierte Krause „ganz herzlich“. „Lieber Dominik, ich wünsche dir persönlich alles, alles Gute, ich wünsche dir eine glückliche Hand für meine Heimatstadt, für München“, erklärte Reiter, der dann fast wehmütig wurde. „Es war mir eine Ehre, hier in dieser Stadt Oberbürgermeister sein zu dürfen“, gestand er. „Danke, liebe Münchnerinnen und Münchner, für zwölf tolle Jahre.“
Die CSU, die bei der OB-Wahl mit Clemens Baumgärtner den Einzug in die Stichwahl verpasste, gratulierte am Sonntagabend in einem kurzen Statement Dominik Krause zum Sieg. CSU-Fraktionsvoristzender Manuel Pretzl fügte an: „Dominik Krause muss nun beweisen, dass er seine Wahlversprechen ernst meint und als Oberbürgermeister die Interessen aller Bürgerinnen und Bürger vertreten wird.“
