Linke reagiert
Müllermilch-Milliardär schlägt CDU-Koalition mit AfD vor
Aktualisiert am 17.03.2026 – 13:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Milliardär Theo Müller schlägt eine Zusammenarbeit von CDU und AfD in Baden-Württemberg vor. Die Linke reagiert mit scharfer Kritik.
Der Unternehmer Theo Müller, zu dessen Gruppe unter anderem die Marke Müllermilch gehört, hat sich in die Debatte über die Regierungsbildung in Baden-Württemberg eingeschaltet. Die CDU müsse sich nach der Landtagswahl nicht zwingend den Grünen anschließen, sagte der 86-jährige Molkereiunternehmer. Denkbar sei auch eine von der AfD unterstützte CDU-geführte Regierung – ob als Koalition oder als Duldung.
Müller reagierte damit auf das knappe Ergebnis der Landtagswahl vom 8. März. Die Grünen wurden mit 30,2 Prozent stärkste Kraft, die CDU kam auf 29,7 Prozent. Beide Parteien verfügen im neuen Landtag über gleich viele Sitze.
Aus der CDU war zuletzt der Vorschlag gekommen, in einer möglichen Koalition mit den Grünen das Amt des Ministerpräsidenten zu teilen. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir hatte dies zurückgewiesen und darauf verwiesen, dass seine Partei die Wahl gewonnen hat.
Müller schlug stattdessen vor, dass die CDU im Landtag einen eigenen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten aufstellt. Die Wahl sei geheim, sagte er. Sollte ein CDU-Kandidat gewählt werden, könne sich daraus eine andere politische Konstellation ergeben.
Der Co-Parteivorsitzende der Linken, Jan van Aken, geht den Milliardär für dessen Vorschlag scharf an. Fordere ein „Milliardär aus seiner Schweizer Villa heraus“, die CDU solle mit der AfD regieren, zeige das vor allem eins: „Ihm sind die Menschen in Deutschland egal“, sagte van Aken t-online.
„Da fantasiert sich ein Superreicher seine Traumregierung herbei“, so der Politiker weiter. „Leute wie Müller“ versuchten, sich „unsere Demokratie zurechtzubiegen“. Van Aken bezeichnet Müllers Versuch der Einflussnahme als „abstoßend“. „Ich kaufe von Müller Milch jedenfalls schon lange nichts mehr. Ich trinke lieber Kakao als braune Milch“, sagte van Aken.
