Kreditwürdigkeit herabgestuft
Kölner Chemiekonzern büßt an Kreditwürdigkeit ein
Aktualisiert am 10.03.2026 – 06:41 UhrLesedauer: 1 Min.
Der geplante Milliarden-Deal ist gescheitert, jetzt folgt die nächste schlechte Nachricht für Lanxess. Was das für den Chemiekonzern bedeutet.
Kurz nachdem ein milliardenschwerer Anteilsverkauf gescheitert ist, hat die Ratingagentur „Moody’s“ die Kreditwürdigkeit des Kölner Chemiekonzerns Lanxess auf Ramschniveau herabgestuft. Die Bonität sinkt von „Baa3“ auf „Ba1“ – womit Lanxess den sogenannten Investment-Grade-Status verliert.
Überraschend kommt die Abstufung nicht. Lanxess hatte vergangene Woche bekannt gegeben, dass der Finanzinvestor Advent den Erwerb von Lanxess‘ rund 41-prozentigem Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Envalior abgelehnt hat – unter Berufung auf einen vereinbarten Finanzierungsvorbehalt. Damit platzte ein Deal, mit dem der Konzern in diesem Jahr 1,2 Milliarden Euro hatte einnehmen wollen. Stattdessen gelten nun die für 2027 und 2028 vereinbarten Kaufrechte.
UBS-Analyst Christian Bell hatte bereits im Vorfeld gewarnt, dass Lanxess bei Ratingagenturen den Investment-Grade-Status verlieren könnte – mit möglichen Folgen für die Finanzierungskosten des ohnehin hoch verschuldeten Unternehmens.
Lanxess selbst gibt sich gelassen. Am Montagabend erklärte der Konzern, die Ratingänderung habe „sehr begrenzte Auswirkungen auf die bestehenden Finanzierungskosten“. Konkret erhöhten sich diese lediglich um etwa eine Million Euro pro Jahr – bezogen auf die Bereitstellungszinsen der bestehenden Kreditlinien.
Auch die Rückzahlung einer im Oktober fälligen Anleihe sei bereits gesichert, so das Unternehmen. Lanxess verfügt eigenen Angaben zufolge über ungezogene, fest zugesagte Kreditlinien im Umfang von 1,35 Milliarden Euro, die zudem an keine finanziellen Sicherungsklauseln – sogenannte Financial Covenants – geknüpft seien.
Langfristig sieht sich Lanxess solide finanziert. Der Konzern erklärte, weiter an der Reduktion seiner Finanzschulden zu arbeiten und „schnellstmöglich eine Rückkehr zu soliden Investment-Grade-Rating-Kennzahlen“ anzustreben.
