„Absoluter Wahnsinn“

Möglicher Tornado richtet Verwüstung an


Aktualisiert am 27.07.2026 – 10:27 UhrLesedauer: 2 Min.

Glückstadt in Schleswig-Holstein (Archivbild): Eine Schneise der Verwüstung zieht sich seit gestern durch Teile der Stadt. (Quelle: IMAGO/Stefan F. Sämmer/imago-images-bilder)

Anwohner berichten von wenigen Sekunden, die ausgereicht haben sollen, einen Riesenschaden anzurichten. Hat in Schleswig-Holstein ein Tornado gewütet?

Ein möglicher Tornado hat im schleswig-holsteinischen Glückstadt (Kreis Steinburg) innerhalb kürzester Zeit massive Schäden angerichtet. Durch die Windhose seien am Sonntagabend Schäden in sechs- bis siebenstelliger Höhe verursacht worden, sagte eine Sprecherin der Polizei. Die Wetterseite tornadoliste.de stuft den Sturm bereits als Tornado ein, der Deutsche Wetterdienst (DWD) will sich im Laufe des Montags dazu äußern.

Der Zeitung „SHZ“ zufolge war der mutmaßliche Tornado von der Elbe kommend in Höhe einer Autowerkstatt auf Land getroffen. Mehrere Dächer seien abgedeckt und Garagen aus Wellblech durch die Luft geschleudert worden. Zahlreiche Gartenlauben seien durch die Wucht des Windes regelrecht zertrümmert worden. Die Polizei sprach von 40 bis 50 beschädigten Gebäuden. Laut „Hamburger Abendblatt“ sollen umherfliegende Trümmerteile zudem mehrere Autos zerstört haben.

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Tornadoverdacht: „Habe ich noch nie erlebt“

Die alarmierte Feuerwehr half bei den Aufräumarbeiten, das Technische Hilfswerk dichtete zerstörte Dächer ab. Die Windhose soll dem „SHZ“-Bericht zufolge anschließend weiter in Richtung des Flusses Herzhorner Rhin gezogen und noch mehr Schäden an Häusern angerichtet haben.

Anwohner Michael Suhr sagte dem „Hamburger Abendblatt“: „Es hat erst angefangen zu regnen. Dann wurde es auf einmal richtig doller Regen.“ Dann habe es geknallt und alles sei weiß gewesen. „Dann hat’s fünf bis zehn Sekunden gedauert, dann war’s wieder ruhig und dann war alles Schrott. Absoluter Wahnsinn, was hier passiert ist. Das habe ich noch nie erlebt“, so Suhr.

Laut tornadoliste.de handelte es sich in diesem Jahr um den elften bestätigten Tornado in Deutschland, hinzu kommen knapp 60 Verdachtsfälle. In den vergangenen Jahren gab es laut DWD im Schnitt 49 Tornados, 18 davon über Wasser.

Der DWD definiert einen Tornado als „Luftsäule mit Bodenkontakt, die um eine mehr oder weniger senkrecht orientierte Achse rotiert und sich unter einer cumuliformen Wolke befindet“. Damit sind haufenförmige Wolken mit einer in der Regel flachen Unterseite und strahlenden Köpfen an der Oberseite gemeint. In Tornados selbst können Windgeschwindigkeiten von mehreren Hundert Kilometern pro Stunde auftreten.

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