Iran-Krieg als Auslöser

Möbelhersteller Interlübke ist insolvent


Aktualisiert am 28.04.2026 – 08:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Interlübke-Filiale in Köln (Archivbild): Der Möbelhersteller ist zahlungsunfähig. (Quelle: imago stock&people/imago)

Steigende Ölpreise belasten Deutschlands Wirtschaft. Jetzt haben die Folgen des Iran-Kriegs einen Möbelhersteller aus Nordrhein-Westfalen in die Knie gezwungen.

Der Möbelhersteller Interlübke aus Rheda-Wiedenbrück hat Insolvenz angemeldet. Das geht aus einem Portal für Insolvenzbekanntmachungen hervor. Demnach bestellte das zuständige Amtsgericht Bielefeld den Rechtsanwalt Dr. Yorck Tilman Streitbörger zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Im Video | Insolvenz: Wann es passiert und was das bedeutet

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Quelle: t-online

Im Gespräch mit der „Wirtschaftswoche“ erklärte Mitgesellschafter Ralf Oehmke, dass der aktuelle Auslöser der Insolvenz der Iran-Krieg sei. Das Werk in Rheda-Wiedenbrück werde noch mit Öl beheizt. „Genau dort hat uns die Kostenexplosion in den letzten Wochen massiv getroffen“, zitiert ihn das Medium. Dazu kämen „im Wochentakt Preiserhöhungen von Spediteuren, Holz- und Lacklieferanten“.

Auch die Verunsicherung unter Konsumenten, die wegen steigender Spritpreise ihr Geld zusammenhielten, habe das Geschäft des nun insolventen Möbelherstellers belastet. „Ausgaben für Möbel werden zeitlich eher nach hinten geschoben.“

Laut „Wirtschaftswoche“ liegen die Ursachen der Insolvenz jedoch tiefer. Interlübke habe seit Jahren mit der wachsenden Konkurrenz und steigendem Preisdruck gekämpft. Die Auswirkungen des Iran-Kriegs dürften vorhandene Probleme verschärft haben.

Die Geschichte des Möbelherstellers geht bis in die 1930er Jahre zurück. Damals gründeten die Brüder Leo und Hans Lübke im westfälischen Wiedenbrück eine Möbelfabrik. Während des Zweiten Weltkrieges produzierten sie vorübergehend Offiziersmöbel, Mannschaftsschränke und -betten.

Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, meldete Interlübke 2012 schon einmal Insolvenz an. Kurze Zeit später habe sich die Gründerfamilie zurückgezogen. Nach mehreren Eigentümerwechseln übernahm das Unternehmen Schramm 2018 den Betrieb. Im August 2022 übernahmen schließlich Ralf Oehmke und sein Bruder Frank die Firma.

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