Anschlag auf CSD

Moderatoren reagieren entsetzt: „Hat in mir etwas verändert“


Aktualisiert am 26.07.2026 – 11:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Moderatorin Ricarda Hofmann (Archivfoto): Die Geschehnisse auf dem CSD bewegen sie sehr. (Quelle: Malte Ossowski/SVEN SIMON/imago)

Nach der Attacke am Tiergarten melden sich die CSD-Moderatoren zu Wort. Was sie über den Vorfall zu sagen haben.

Noch am Nachmittag hatte Ricarda Hofmann durch das Hauptprogramm des Christopher Street Day am Brandenburger Tor geführt, ausgelassen, feierlich, voller Stolz auf die Community. Wenige Stunden später saß der Schock tief. In der Nacht zu Sonntag schrieb die Moderatorin auf Instagram: „Gerade fehlen mir eigentlich die Worte. Was heute passiert ist, hat etwas in mir verändert.“

Grund für die Fassungslosigkeit war eine Attacke am Rande des Festes: Ein Autofahrer war gegen 22 Uhr im Bereich des Tiergartens nahe dem Potsdamer Platz in eine Menschenmenge gefahren. Eine Frau starb, mindestens 16 weitere Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen schwer bis lebensgefährlich. Der CSD, zu dem nach Veranstalterangaben Hunderttausende gekommen waren, wurde daraufhin abgebrochen.

CSD in Berlin: Ricarda Hofmann und Jochen Schropp reagieren auf Anschlag

Jochen Schropp bei einem Pressetermin (Archivfoto): Er äußerte sich in der Nacht zu Sonntag zu den Vorkommnissen auf dem CSD. (Quelle: Gartner/imago)

Für Hofmann war der Tag bis dahin weit mehr als ein Moderationsjob gewesen. „Ich war heute beim CSD“, schrieb sie weiter. „Nicht nur als Moderatorin, sondern als Teil einer Community, die zusammenkommt, um sichtbar zu sein. Um Liebe zu feiern. Um füreinander einzustehen.“ Genau dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit sei es gewesen, das die Tat am Abend so tief getroffen habe.

Ähnlich aufgewühlt äußerte sich Co-Moderator Jochen Schropp. „Es war wirklich unbeschreiblich, und dann passiert sowas“, sagte er. Die Bilder direkt nach der Tat hätten sich ihm eingeprägt: „Ich hab sehr viele Menschen gesehen, denen es danach gar nicht gut ging und die unter Schock standen.“ Trotzdem versuchte Schropp, nach vorn zu blicken: „Ich hoffe, wir kommen da als Community gut durch.“

Schropp betonte zudem, er sei sicher zu Hause angekommen, und richtete Dank an alle „helfenden Hände“ vor Ort. Besonders bewegt zeigte er sich von der Anteilnahme aus seinem privaten Umfeld: Mehrere Freunde hätten sich nach der Tat besorgt bei ihm gemeldet. „Das ist ein richtig schönes menschliches Zeichen, das freut mich sehr“, so der Moderator.

Zu den Hintergründen der Tat gibt es weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse. Die Ermittler gehen vom Verdacht eines Anschlags aus, Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt haben die Ermittlungen übernommen. Eine Festnahme im Zusammenhang mit der Tat gab es bis zuletzt nicht.

Share.
Exit mobile version