Sender reagiert
„Erschüttert mich“: Moderator wird rassistisch angegriffen
14.05.2026 – 17:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Unter einem Werbepost des Radio-Hamburg-Moderators Isaac Hoffmann häuften sich rassistische Kommentare. Der Sender schreitet ein.
Radio-Hamburg-Moderator Isaac Hoffmann wurde online rassistisch angefeindet – unter einem Werbepost für ein Halsschmerzmittel sammelten sich wohl zahlreiche rassistische und menschenverachtende Kommentare. Das berichtet „Radioszene“. Radio Hamburg reagierte deutlich und kündigte Konsequenzen an.
Der Sender positionierte sich klar hinter Isaac Hoffmann. „Rassismus darf keinen Platz haben – nicht in Kommentarspalten, nicht auf der Straße, nirgendwo“, wird Niklas Naujok, Programmleiter von Radio Hamburg, von „Radioszene“ zitiert. Man dürfe nicht wegsehen, wenn ein Mensch wegen seiner Hautfarbe angegriffen werde. Alle entsprechenden Kommentare habe man zur Anzeige bei Polizei und Staatsanwaltschaft gebracht.
„Ihr seid nicht allein“
Auch Isaac Hoffmann selbst reagierte auf die Hasskommentare: „Ich mache meinen Job mit Leidenschaft – als Moderator, als Stimme im Radio und als Mensch. Umso mehr erschüttert es mich, dass ein simples Werbeposting rassistische und menschenfeindliche Reaktionen hervorruft.“ Auf Instagram bedankte er sich zudem für die Unterstützung und appellierte an Betroffene: „Ihr seid nicht allein. Wir sehen euch, wir hören euch und wir stehen zusammen.“ Hoffmann betonte, er wolle für alle Menschen sprechen, die täglich mit Diskriminierung und Hass konfrontiert seien: „Lasst uns stark bleiben, füreinander einstehen und uns nicht unterkriegen lassen.“
Unterstützung bekam er auch aus der Politik. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher erklärte bei Radio Hamburg: „Vielfalt, Internationalität und Weltoffenheit haben unsere Stadt stark gemacht.“ Hatespeech und rassistische Parolen verletzten fundamentale Grundrechte.
„Das ist struktureller Rassismus“
Auch Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank verurteilte die Anfeindungen. Rassismus im Netz und im Alltag sei für viele Betroffene noch immer Realität. „Unsere Stadt ist das Tor zur Welt und Rassismus hat hier überhaupt keinen Platz“, sagte sie.
Marie Kleinert, Die-Linke-Sprecherin, forderte konkrete Maßnahmen. „Das ist struktureller Rassismus, der konsequent bekämpft werden muss – mit sofortiger Löschung, mit Strafverfolgung und der konsequenten Umsetzung des Digital Services Act (DSA).“ Der Senat müsse jetzt handeln: „Schnelle Meldestellen für Betroffene einrichten, eng mit Bundesbehörden wie der Bundesnetzagentur kooperieren und massiven Druck auf die Tech-Plattformen ausüben, damit Hassrede im Netz nicht länger profitabel ist.“
