„Wow, was haben wir heute für einen Fight erlebt an diesem wunderbaren Abend in Paris. Es hat sich angefühlt wie ein Semifinale oder ein Finale“, sagte Dreesen in dem an der Champs-Élysées mit Blick auf den Eifelturm gelegenen Fünf-Sterne-Domizil, wo der Bayern-Tross den Triumph gebührend feierte. „Die erste Halbzeit mit dem 2:0 – wir hätten auch drei oder vier Tore schießen können – und der Roten Karte. Dann diese zweite Halbzeit, wo jeder für den anderen eingestanden ist“, fasste er die Geschehnisse zusammen. „Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur zaubern und Tore schießen können, sondern dass wir eben auch verteidigen können.“
Allen voran galt das für die beiden Innenverteidiger Jonathan Tah und Dayot Upamecano, die beide jeweils ein herausragendes Spiel machten und dafür t-online-Note 1 bekamen. „Wir mussten zusammen leiden und einmal durch die Hölle gehen“, sagte Tah. „Das haben wir gemacht. Es war nicht einfach, aber wir haben das geschafft.“
Auch Sportvorstand Max Eberl war nach der Roten Karte bereits „klar, dass die zweite Halbzeit dann eben diese ominöse Schlacht wird“, wie er in den Katakomben des Prinzenpark-Stadions ausführte.
Dass das Team gegen „eine der besten Fußball-Mannschaften Europas“ bestand, sieht Eberl als einen weiteren Entwicklungsschritt: „Wir wissen, wenn wir mal nur verteidigen müssen, das können wir auch. Deshalb ist der Sieg heute richtig viel wert.“
Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte seine Bayern noch als „Hoffenheim der Champions League“ in den Wettbewerb geschickt. Mit diesem Understatement ist es spätestens jetzt aber endgültig vorbei. Beim Bankett der Bayern war jedenfalls niemand auf die Idee gekommen, etwa T-Shirts auszuteilen, auf denen „Champions-League-Sieger-Besieger“ zu lesen wäre – so wie die richtigen Hoffenheimer das mit Sicherheit in diesem Fall getan hätten.
Der deutsche Rekordmeister ist mit dem Statement-Sieg bei PSG nun aber plötzlich sogar der aktuelle Topfavorit auf den Titelgewinn.
So sieht das jedenfalls der 2014er-Weltmeister Mats Hummels. „Sie haben alles. Individuelle Qualität, den Teamspirit, den Plan, den Trainer“, sagte der Prime-Experte. „Und zwei, drei Spieler, die bald zurückkommen und auch ordentlich Qualität haben.“ Gemeint sind Jamal Musiala, Alphonso Davies und Hiroki Itō, die alle drei nach schweren Verletzungen unmittelbar vor ihrer Rückkehr ins Mannschaftstraining stehen.










