Schutz vor neuen Pandemien
Darum geht es bei Public Health Intelligence: Forscher sammeln und analysieren eine Vielzahl relevanter Daten. Dadurch können sie potenzielle Gesundheitsbedrohungen frühzeitig erkennen und die Weltbevölkerung vor Epidemien und Pandemien schützen. In Berlin gibt es zwei Institutionen, die Das Charité Center for Global Health und der WHO Hub for Pandemic and Epidemic Intelligence wollen die Forschung auf diesem Gebiet vorantreiben. Zu diesem Zweck haben sie ein neues Programm ins Leben gerufen: Ihr gemeinsames Research Fellowship in Public Health Intelligence wurde 2025 erstmals vergeben. Das Programm steht Postdoktoranden aus der ganzen Welt offen. Aus einem Pool von über 250 Bewerbern wählten die Charité und die WHO fünf Gastwissenschaftler aus, denen die Möglichkeit gegeben wurde, im Jahr 2025 für drei bis sechs Monate an konkreten Projekten in Berlin zu arbeiten.
Adam Abdullahi ist einer von ihnen. Er hat in Großbritannien und den USA studiert und gearbeitet, wobei er sich insbesondere auf Tropenkrankheiten konzentrierte. Darüber hinaus war er an Projekten im Zusammenhang mit HIV/AIDS sowie Impfstoffen gegen das Coronavirus beteiligt. Während der COVID-19-Pandemie beobachtete Herr Abdullahi, dass selbst Länder mit soliden Gesundheitssystemen nicht ausreichend auf die Bewältigung der Krise vorbereitet waren. „Es wird extrem schwierig, wenn es keine verlässlichen Daten gibt, die als Grundlage für Entscheidungen dienen können“, sagt er und fügt hinzu: „Wir brauchen vor allem effizientere Systeme, um in Zukunft besser vorbereitet zu sein.“
Systematische Registrierung von Laboren
Auch ein Überblick über die in einer Region vorhandenen Labore kann sehr hilfreich sein. Aus diesem Grund widmete sich das Projekt, das Adam Abdullahi im Rahmen seines Stipendiums verfolgte, der Identifizierung von Laboren in ganz Westafrika, insbesondere solchen mit Kapazitäten zur Durchführung klinischer Studien. „Meine Idee war, diese Labore systematisch zu registrieren, um herauszufinden, wo es an Infrastruktur mangelt“, erklärt er. Durch das von der Charité und der WHO vergebene Forschungsstipendium hatte Herr Abdullahi Zugang zu einem breiten Netzwerk und relevanten Datenquellen. „Das Projekt verbindet afrikanische und deutsche Forschung“, sagt er. „Wir lernen voneinander und diese Art der Zusammenarbeit ist für beide Seiten sehr vorteilhaft, da Gesundheitssicherheit nicht nur für ein Land relevant ist. Als globale Gemeinschaft sind wir immer nur so stark wie unser schwächstes Glied.“











