Collien Fernandes
„Mir ging es vor der Anzeige besser als jetzt“
23.04.2026 – 13:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Collien Fernandes ist mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen. Dies hatte viele Reaktionen zur Folge – unter denen sie leidet.
Schauspielerin Collien Fernandes hat sich dazu entschieden, nicht länger zu schweigen. Sie ist mit den schweren Anschuldigungen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen vor ein paar Wochen an die Öffentlichkeit gegangen. Seit diesem Schritt erhalte sie viele Reaktionen, sagt sie im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Sie bekomme Hassnachrichten und Drohungen. Sie gesteht: „Mir ging es vor der Anzeige besser als jetzt.“
Sie erklärt dahingehend: „Der erste Schmerz sei die Tat, der zweite die Stigmatisierung, die folgt, sobald man den Mund aufmacht. Man sei eine rachsüchtige Ex, die lügt.“ Und weiter: „Ich verstehe immer mehr, warum so viele Frauen so etwas nicht zur Anzeige bringen. Man hört in dem Kontext oft: Ich halte nicht aus, was danach passieren wird.“
Sie glaube, dass deswegen so viele Menschen – insbesondere Frauen – wütend seien. „Denn jeder hat es entweder selbst erlebt oder kennt ein Opfer, aber irgendwie kennt keiner einen Täter. Die beschuldigten Männer wollen es immer nicht gewesen sein. Sie sind ja alle Feministen.“
Diese starken Gefühle bräuchte es aber. „Ich glaube, es braucht diesen Aufschrei der Menschen da draußen, um zu sagen: Es reicht, jetzt bitte endlich echter Feminismus von Männern und keinen Pseudo-Feminismus“, so Collien Fernandes.
In dem Gespräch wird Collien Fernandes gefragt, ob sie Männern nach den mutmaßlichen Erfahrungen mit ihrem Ex-Mann noch vertrauen könne. Ihre Antwort: „Ich habe das Gefühl, dass ich meinen ehemaligen Ehepartner erst nach vielen Jahren richtig kennengelernt habe, eigentlich erst nach 15 Jahren. Und wenn 15 Jahre nicht ausreichen, um jemanden wirklich zu kennen, wie lang soll ich dann jetzt bitte daten?“
