Wal-Drama in der Ostsee

Umweltminister prüft spektakuläre Rettungsaktion

Aktualisiert am 05.04.2026 – 22:54 UhrLesedauer: 3 Min.

Einsatzkräfte der Feuerwehr benetzen den Rücken des Wals, der aus dem Wasser ragt. (Quelle: Marcus Golejewski)

Seit mehreren Tagen kämpft der 12-Tonnen-Buckelwal in der Ostsee ums Überleben. Umweltminister Backhaus prüft eine spektakuläre Rettungsaktion per Katamaran.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus erwägt eine Rettung des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals mit Hilfe eines Katamarans. „Das ist in der Prüfung“, sagte der SPD-Politiker in einem Interview des Senders News5 über die mögliche Aktion, die dem Wal-Drama in der Ostsee eine neue Wendung geben könnte.

Voraussetzung hierfür sei aber ein voraussichtlich am Dienstag vorliegendes gesundheitliches Gutachten zum Wal, ob er überhaupt eine Überlebenschance habe. Aktuell gehe es ihm aber „wirklich ganz schlecht“.

Der Katamaran sei in Dänemark verfügbar und könne den zwölf Tonnen schweren Wal aufnehmen, sagte Backhaus. Die Idee: „Es werden 80 Zentimeter bis 1 Meter breite Gurte unter dem Wal durchgespült, ganz vorsichtig, um dem Wal nicht zu schaden“, sagte Backhaus über die mögliche Aktion um den gestrandeten Wal zu retten.

Anschließend soll das Tier dann ganz vorsichtig hochgehoben und auf ein Netz gelegt werden, „um ihn dann lebend zu transportieren“. Nach Angaben der „Bild“ könnte der Wahl dann möglicherweise bis in die Nordsee transportiert werden.

Backhaus dankte allen, die sich um den Wal kümmerten, nannte die Wasserschutzpolizei, die Feuerwehr und Anwohner. „Die Anteilnahme an dem Schicksal des Tieres nimmt nicht ab“, sagte er. Immer wieder erreichten ihn Anregungen, wie dem Wal geholfen werden könnte. „Ich versichere: Diese Hinweise – sofern sie ernst zu nehmen sind, werden von unserem Team beraten und geprüft.“ Dabei spiele der Tierschutz eine wesentliche Rolle. „Wir wollen dem Wal helfen so gut wir können – nach bestem Wissen und Gewissen.“

Der Wal habe auch Verletzungen, hatte Backhaus am Karsamstag gesagt. Ursache seien mutmaßlich Schiffsschrauben. Zudem gebe es Abdrücke, wahrscheinlich von einem Netz. Backhaus schloss aus, dass das Tier getötet werde. „Das wird hier nicht stattfinden. Wir können ihn nicht einfach erlösen, durch was auch immer.“

Wie lange der Überlebenskampf des Wals noch dauert, ist unklar. „Bei einem Großwal kann der Sterbeprozess mehrere Tage dauern, während denen der Druck des eigenen Körpergewichts zunehmend die Organe schädigt“, erläuterte die Meeresbiologin Tamara Narganes Homfeldt von der Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) der Deutschen Presse-Agentur. Langfristig werde dies zu einem Kreislaufkollaps und Organversagen führen.

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