Wirkungsvoller als Hälfte aller Flüge zu streichen

Mini-Änderung hätte riesigen Klimaeffekt

22.03.2026 – 14:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Flugzeug am Himmel (Symbolfoto): Geringfüge Anpassungen von Route und Flughöhe könnten Forschern zufolge enorme Auswirkungen haben. (Quelle: IMAGO/Silas Stein/imago)

Beim Fliegen ausgestoßene CO2 heizt den Planeten auf. Einen noch größeren Klimaeffekt haben Flugzeuge aber aufgrund einer anderen Tatsache – was Wissenschaftlern zufolge wirkungsvolle Maßnahmen ermöglicht.

Die durch den weltweiten Flugverkehr erzeugte Erderwärmung ließe sich Forschern der Universität Cambridge zufolge relativ problemlos und schnell um mehr als die Hälfte reduzieren. Wie die Universität mitteilte, hat eine Studie ergeben, dass man dafür nur die Reiseflughöhen von Flugzeugen anpassen müsste.

Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Nature Communications“. Bereits zuvor war bekannt, dass ein enormer Anteil der durch den Flugverkehr erzeugten globalen Erwärmung nicht auf das ausgestoßene CO2 zurückzuführen ist, sondern durch die Kondensstreifen entsteht, die Flugzeuge produzieren.

Die Triebwerke der Jets stoßen Wasserdampf und Rußpartikel aus. In sehr kalter, feuchter Luft gefriert der Wasserdampf zu Eiskristallen und bildet Kondensstreifen. Diese teils langlebigen Eiswolken lassen kurzwellige Sonnenstrahlung größtenteils passieren, blocken aber langwellige Wärmestrahlung ab, die vom Erdboden nach oben abgestrahlt wird.

„Kondensstreifen lassen sich oft ganz einfach vermeiden, indem man die Flugroute ändert“, erklärte nun die Hauptautorin Jessie Smith vom Fachbereich Ingenieurwesen der Universität Cambridge. „Oft ist es sogar noch einfacher – man muss nur die Flughöhe leicht verändern, um die Bereiche der Atmosphäre zu meiden, in denen sich Kondensstreifen bilden.“

Für verschiedene Szenarien berechneten die Wissenschaftler, welche Folgen sich ergeben würden. Demnach ließen sich durch konsequent umgesetzte Höhenkorrekturen rund neun Prozent des kompletten, noch verbleibenden Temperaturbudgets bis zum Zwei-Grad-Ziel zurückgewinnen. Ohne Maßnahmen hingegen würden allein die Kondensstreifen die globale Temperatur um 0,054 Grad bis ins Jahr 2050 erhöhen. Das wären 36 Prozent mehr, als im gleichen Zeitraum auf den CO2-Ausstoß der Luftfahrt zurückzuführen sein werde.

Die Umleitung von Flugzeugen könne zwar den Treibstoffverbrauch geringfügig erhöhen, teilten die Forscher weiter mit. Die Verringerung der Erwärmung durch weniger Kondensstreifen würde den Klimaeffekt aber mehr als ausgleichen.

Erforderliche Anpassungen könnten relativ einfach umgesetzt werden, glauben die Wissenschaftler. Denn Flugzeuge würden bereits ihre Routen oder Flughöhen ändern, um Turbulenzen oder schlechtes Wetter zu vermeiden. Analog könnten künftig auch Gebiete umflogen werden, in denen sich langlebige Kondensstreifen bilden. Studienautorin Smith: „Es handelt sich um eine operative, nicht um eine technologische Umstellung.“

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