Das Denkmal steht im Zentrum der Kleinstadt Siem Reap, direkt am Ufer des gleichnamigen Flusses. Es wurde aus lokalem Stein gefertigt und zeigt Magawa in typischer Pose: aufmerksam und voller Elan, als würde er gleich zur nächsten Mission aufbrechen. Besonders auffällig ist der Sockel: Er hat die Form einer Landmine, in die echte Fragmente entschärfter Sprengkörper eingelassen sind – ein sichtbares Zeichen dafür, was Ratten da täglich unschädlich machen.
Geboren wurde Magawa 2014 im ostafrikanischen Tansania. Dort begann auch seine Ausbildung bei Apoco. Unter anderem ist die Organisation auch in Ländern wie Angola oder Mosambik sowie in der Ukraine aktiv.
Ein Jahr lang lernte Magawa, den Geruch von Sprengstoff zu erkennen – eine Fähigkeit, die er später mit beeindruckender Präzision einsetzte. Der Vorteil: „Ratten sind leicht genug, um keine Minen auszulösen, und schnell genug, um große Flächen systematisch abzusuchen“, sagte Tom Grundy, ein Sprecher von Apopo. Magawa etwa wog 1,2 Kilo bei einer Körperlänge von 70 Zentimetern.
„Die Tiere sind stark futtermotiviert“, fügte er hinzu. Belohnt würden sie bei der Arbeit im Feld vor allem mit Bananen und Erdnüssen. „Die Ratten arbeiten in der Regel gern, begrüßen ihre Betreuer morgens enthusiastisch und zeigen hohe Einsatzbereitschaft“, betonte der Experte. Eine einzelne Ratte kann dabei laut Apopo ein Gebiet von der Größe eines Tennisplatzes in rund 30 Minuten absuchen. Ein Mensch mit Metalldetektor braucht dafür bis zu vier Tage.
Mit dem Denkmal ist Magawas Leistung nun dauerhaft sichtbar in Stein gemeißelt. Die Statue erinnert nicht nur daran, dass Tiere unter Einsatz ihres eigenen Lebens immer wieder Menschen retten – sondern auch daran, dass das Minenproblem an vielen Orten der Welt noch längst nicht gelöst ist.
